Garagen für Fahrräder, mehr Tempo-30-Zonen

Öfter Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten: Das wollen die Verkehrsminister der Länder und der Bund. Bild: dpa

Radeln wird in Bayern immer beliebter. Der Landtag will die Bedingungen für Radfahrer verbessern. Von den Verkehrsministerkonferenz kommt ein weiteres Signal: Der Bund möchte, dass Kommunen vor Schulen leichter Tempo-30-Zonen einrichten können.

Pendler sollen Fahrrad und Bahn auf dem Weg zur Arbeit künftig leichter kombinieren können. Der Verkehrsausschuss des Landtags brachte dafür am Donnerstag zahlreiche Maßnahmen auf den Weg. So sollen Kommunen dabei unterstützt werden, an Bahnhöfen überdachte und bewachte Abstellanlagen zu bauen.

"Fahrräder können heute vierstellige Beträge kosten, Pendler brauchen sichere Abstellplätze", sagte der CSU-Abgeordnete Eberhard Rotter. Die Abgeordneten forderten auch, mehr Platz für Fahrräder in Regionalzügen zu schaffen. Im Fernverkehr soll die Bahn dazu bewegt werden, die Mitnahme von Rädern zu verbessern. Derzeit können in ICE-Zügen keine Fahrräder mitgenommen werden. Die Abgeordneten fordern von der Staatsregierung einen "Radverkehrsplan Bayern", der Ziele und Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs benennt. Innenminister Joachim Hermann (CSU), selbst passionierter Radfahrer, will den Plan noch in diesem Jahr vorlegen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Bayern begrüßte die Maßnahmen. "Hauptproblem ist jetzt, das auch zu finanzieren", sagte Landesvorsitzender Armin Falkenhein. Dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) gehen die Maßnahmen nicht weit genug. Die Mitnahme eines Fahrrads müsse in allen Zügen des Nahverkehrs kostenlos sein, forderte VCD Bayern-Vorsitzender Bernd Sluka.

Ein anderes Signal kommt von der Verkehrsministerkonferenz in Rostock: Auf Anregung der norddeutschen Bundesländer soll es künftig mehr Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kitas an Hauptverkehrsstraßen geben. "Ich bin sehr froh, dass die Bundesregierung die Notwendigkeit für solche Geschwindigkeitsbeschränkungen anerkennt und nun handeln will", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). Anders als in Wohngebieten kann Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen nur angeordnet werden, wenn dort etwa besonders viele Unfälle passieren.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte in Rostock den Abbau noch bestehender bürokratischer Hürden für zusätzliche Tempolimits an. Damit solle die Sicherheit vor Kindergärten und Grundschulen weiter erhöht werden. "Gerade die Kleinsten sind auch die Schwächsten im Straßenverkehr", sagte Dobrindt. Die Änderung solle schnell kommen: "Schon Ende dieses Jahres wird es möglich sein, unkompliziert an die Ausweitung der 30er-Strecken zu gehen."(Kommentar)
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