Gefangen im Paradies

Ungeduldige Blicke auf die Smartphones: In den Wartehallen der Flughäfen auf Bali warten die gestrandeten Passagiere auf Informationen, wann der Flugverkehr wieder aufgenommen werden kann. Ein Vulkanausbruch verhindert mit seinen Aschewolken Starts und Landungen. Bild: dpa

Im Urlaubsparadies gefangen: Zehntausende Touristen sitzen auf der indonesischen Ferieninsel Bali fest. Ein Vulkan bricht in der Nähe aus, gefährliche Asche hängt in der Luft.

Betroffen waren am Freitag etwa 47 000 Touristen auf der Ferieninsel Bali, sagte ein Flughafensprecher. 357 in- und ausländische Flüge hätten abgesagt werden müssen. Vier weitere Flughäfen in der Region waren vorübergehend gesperrt, berichtete das Transportministerium. Eine Asche-Fontäne aus dem Vulkan Raung, rund 150 Kilometer weiter westlich in Ostjava, gefährdete nach Angaben der Behörden die Luftfahrt. Wind hatte die Aschewolke Richtung Bali getragen und die Sicht am Flughafen deutlich eingeschränkt. Indonesien hat mehr als 130 aktive Vulkane.

Auf Bali herrscht Hochsaison. In Australien sind Schulferien. Für tausende Familien ist die indonesische Insel ein nahe liegendes Ziel, um dem Winter auf der Südhalbkugel zu entfliehen. Ein Viertel der mehr als drei Millionen Besucher im Jahr kommt aus Australien. Deutsche machen nach Angaben der Tourismusbehörde nur zwei Prozent der Feriengäste aus. Der australische Billigflieger Jetstar versprach, nach Öffnung des Flughafens Extraflüge zu machen, um die Urlauber zu ihrem Ziel oder nach Hause bringen zu können.

Der rund 3300 Meter hohe Vulkan ist seit Juni aktiv. Er schleudert Asche und Gestein in die Luft. Die Asche-Fontäne in der Nacht zu Freitag war besonders groß. Die Behörden versetzten die Menschen in Alarmbereitschaft. Evakuierungen gab es zunächst nicht. Der Vulkan war im vergangenen Jahr schon einmal ausgebrochen. Opfer gab es dabei nicht.

Die Behörden beobachteten die Lage, sagte der Sprecher des Transportministeriums. Wann die Flughäfen wieder öffnen, werde kurzfristig entschieden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.