Gegen "Bayern-Ei" jetzt auch Ermittlungen wegen Tierschutzverstößen
Scharf: Ställe "überbelegt"

Umweltministerin Ulrike Scharf hat in einer Sondersitzung des Umweltausschusses im Landtag einen Fehler in ihrer bisherigen Berichterstattung zum Fall von mit Salmonellen verunreinigten Eiern eines Massentierhalters in Niederbayern eingeräumt. In einer früheren Sitzung hatte sie erklärt, dass die Öffentlichkeit im vergangenen Jahr auch deshalb nicht von dem Fall unterrichtet worden sei, weil in Bayern keine Eier aus Käfighaltung im Verkauf seien.

Nachdem Medien bei Testkäufen das Gegenteil belegt hatten, korrigierte sich Scharf. Sie bedauere diese "nicht richtige Information". Wie die Ministerin mitteilte, ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft gegen die Firma "Bayern-Ei" auch wegen Tierschutzverstößen. Anlass sei unter anderem die festgestellte "Überbelegung" von Ställen zur Gewinnmaximierung.

Ansonsten verteidigte Scharf das Vorgehen der bayerischen Behörden erneut. Obwohl die Kontrolleure "deutlich mehr machen als vorgeschrieben", könne niemand ausschließen, dass mit Salmonellen auf der Schale belastete Eier in den Handel kämen. "Anderes zu behaupten, ist unseriös", sagte Scharf. Das Vorhandensein von Salmonellen könne nicht mit der Schlamperei von Behörden gleichgesetzt werden. Der Präsident des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf ergänzte: "Eier kommen aus einem Hühnerstall und nicht aus einem sterilen OP." Mit seinen Maßnahmen habe das Amt die Gesundheitsgefahr durch Salmonellen bereits "sehr stringent minimiert". Er appellierte dennoch an die Bevölkerung, beim Umgang mit Eiern und Geflügel die Regeln der Küchenhygiene zu beachten.

Scharf kündigte für Legehennenbetriebe mit mehr als 40 000 Tieren eine "neue Kontrollstruktur" an. So sollen die Überwacher künftig häufiger in die Betriebe gehen und auch bei den vorgeschriebenen Eigenkontrollen genauer deren Plausibilität prüfen.
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