Gegen Genehmigung vor Gericht

Sparsamkeit zahlt sich nicht immer aus: Weil Mähring gut gewirtschaftet hat, gibt es für den Breitbandausbau "nur" 80 Prozent Förderung.

Bürgermeister Josef Schmidkonz kann es nicht verstehen. Weil Mähring in den vergangenen Jahren sehr sparsam gewirtschaftet hat und lediglich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 472 Euro verweist, werde der dringend benötigte Breitbandausbau nur mit 80 Prozent bezuschusst. Schmidkonz rechnet mit Kosten von einer Million Euro, so dass die Marktgemeinde rund 200 000 Euro stemmen muss.

In der Jahresabschlusssitzung im Gasthaus Scharnagl in Großkonreuth verwies der Bürgermeister darauf, dass andere Städte und Gemeinden, die das zigfache an Gewerbesteuern einnehmen und dennoch für Investitionen weitere Schulden aufnehmen, 90 Prozent Förderung für den Breitbandausbau erhalten. Schmidkonz dazu, "wir hätten wohl mehr Schulden machen sollen".

"Leidiges Thema"

In seinem sehr umfangreichen Rechenschaftsbericht ging Schmidkonz auch auf die Energieerzeugung und den Verbrauch in Mähring ein. Der Bürgermeister wusste, dass in Mähring rund 7,152 Millionen Kilowatt Strom produziert, jedoch nur 4,169 Millionen Kilowatt Strom verbraucht würden. Schmidkonz: "Wir erzeugen fast drei Millionen Kilowatt mehr Strom als wir brauchen, deshalb brauchen wir die Windräder nicht". Fast schon sarkastisch fügte er jedoch hinzu, "aber die in München brauchen halt auch Strom". Schmidkonz verwies aber darauf, dass Mähring nicht energieautark sei, weil die Photovoltaikanlagen bei dieser Berechnung nicht mit einfließen. Der Grund, sie seien nicht das gesamte Jahr über aktiv. Zum "leidigen Thema" Windkraft bemerkte er, dass der Gemeinderat alle Anträge abgelehnt habe, das Landratsamt müsse nun entscheiden. In einem Falle (Asch) werde die Gemeinde wohl gerichtlich vorgehen, denn das Landratsamt habe hier zwei Windkrafträder genehmigt.

Neue Phosphorfällung

Verbesserungen werde es 2015 im Bereich der Wasserversorgung geben, denn die Auflagen seien wesentlich verschärft worden. Bis Mitte 2015 soll die Planung vorliegen, wie die Wasserversorgung besser werde. Auch im Abwasserbereich werde einiges getan, so soll 2015 eine neue "Phosphorfällung" eingebaut werden. In diesem Jahr sei die Technik verbessert worden, Kosten rund 50 000 Euro. Dadurch brauche man weniger Strom und die Abwasserabgaben sinken.

2014 habe es keine besonderen Baumaßnahmen gegeben. Der Bau der Kinderkrippe sei abgeschlossen worden, ebenso der Straßenausbau von Groppenmühle nach Redenbach. Die Kosten für diesen Ausbau beliefen sich auf 358 000 Euro, wobei das Amt für Ländliche Entwicklung 133 000 Euro bezuschusse, den Rest müsse die Gemeinde übernehmen.

Billige Brücke

Neu gebaut sei die vom Hochwasser beschädigte Brücke in Dippersreuth geworden. Die Brücke habe 102 135 Euro gekostet, wobei 102 000 Euro bezuschusst worden seien. Schmidkonz schmunzelnd: "Die neue Brücke hat der Gemeinde 135 Euro gekostet". Er dankte allen, die sich bei dieser Maßnahme engagiert und eingesetzt haben, vor allem auch wegen des hohen Zuschusses.

Der Bürgermeister ging auch kurz auf den Haushalt 2014 ein, der ein Gesamtvolumen von 3,762 Millionen Euro hatte, wobei der Verwaltungshaushalt 2,352 Millionen Euro betrug. Hauptausgaben seien die Kreisumlage mit 638 000 Euro und die Personalkosten mit 718 000 Euro. Aktuell habe die Marktgemeinde 866 000 Euro Schulden, 2013 waren es noch 1,028 Millionen Euro Schulden. Das Kinderhaus besuchten aktuell 57 Kinder, wobei jedes Kind der Gemeinde im Jahr 2831 Euro koste. Die Grundschule werde von 49 Kindern besucht, die in zwei Kombiklassen untergebracht seinen. Ein Schüler koste 1249 Euro im Jahr. 56 Kinder besuchten die Mittelschule in Tirschenreuth, die Kosten hierfür betragen 1892 Euro pro Kind.

In diesem Zusammenhang wies Schmidkonz darauf hin, dass die Kosten für die Mittelschule in Tirschenreuth wohl ansteigen werden, wenn er nur an den Bau der Mensa denke. "Die Kinder müssen uns das wert sein", merkte der Bürgermeister an dieser Stelle an.

Lob für Ehrenamt

In seinem weiteren Bericht ging der Bürgermeister auch auf das ehrenamtliche Engagement in der Marktgemeinde ein, die hervorragend sei. Vor allem die Blaskapelle Großkonreuth, die Sportvereine und die Feuerwehren bekamen viel Lob für ihre Nachwuchsarbeit. Bei den Vereinen ragte vor allem der Feuerwehrhausneubau in Großkonreuth heraus, wo 6500 freiwillige, ehrenamtliche Stunden geleistet wurden.

Die Gemeinde habe lediglich 20 000 Euro beigesteuert, den Rest habe die Versicherung und die Feuerwehr selbst getragen. Schmidkonz: "Dies dürfte landkreisweit wohl einmalig sein". Des weiteren erinnerte er an gesellschaftliche Ereignisse, wie den Besuch des Apostolischen Nuntius Dr. Fortunatos Nwachukwu und von Bischof Rudolf Voderholzer oder die Hegeschau in Griesbach mit mehr als 1000 Besuchern.

Dank an Bürgermeister

Zweiter Bürgermeister Walter Frank dankte im Namen des Marktgemeinderats als auch der 40 Beschäftigten der Gemeinde dem Bürgermeister für sein Engagement. "Er arbeitet mit Herzblut für die Gemeinde", so Frank.
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