Gemeinde bleibt beim "Nein"

Eine vier Meter breite Werbetafel wird Streitobjekt. Die Gemeinde ist gegen eine Aufstellung, doch das Landratsamt drängt zur Zustimmung.

Bei der Gemeinderatssitzung am Montag verwies Bürgermeister Josef Schmidkonz auf das Vorhaben der Firma OB-DA Außenwerbung, in Poppenreuth eine rund vier mal drei Meter große Werbetafel zu errichten. Dazu hat das Landratsamt in einem zweiseitigen Schreiben mitgeteilt, dass eine Ablehnung widerrechtlich sei. Sollte der Gemeinderat nicht zustimmen, müsste das Landratsamt das Einverständnis erteilen.

Schmidkonz wollte dennoch an der Ablehnung festhalten, da die Plakattafel quer zur Fahrtrichtung vom Verkehr ablenkt. "Wenn die Tafel längs der Straße angebracht würde, wäre das vielleicht etwas anderes", so Schmidkonz. Nicht begeistert war er auch, dass das Landratsamt sich die Lage vor Ort angeschaut hatte, ohne die Gemeinde zu informieren. Marktrat Siegfried Scharnagl (Freie Wähler) ärgerte sich über die Reaktion des Landratsamtes, das den Willen der Gemeinde einfach übergeht. Er fragte sich, was die Stadt Tirschenreuth sagen würde, wenn beim Schwimmbad eine riesige Tafel geplant wäre. Einstimmig wurde beschlossen, dass es beim "Nein" gegen den Bauantrag bleibt.

Zum Thema "Poppenreuth" informierte Schmidkonz, dass - wie beantragt - die Ortstafel 50 Meter weiter in Richtung Großkonreuth versetzt werden soll. Dies übernimmt das staatliche Bauamt.

Mitglied im Maschinenring

Einstimmig beschlossen wurde die Mitgliedschaft im Maschinenring Tirschenreuth. "Die meisten Kommunen sind bereits Mitglied, weil der Maschinenring viele Arbeiten für sie erledigt", so Schmidkonz. Dabei werde die Pflege des Planer Waldes beantragt. Als Mitglied muss die Gemeinde eine einmalige Aufnahmegebühr von 16 Euro zahlen, dazu kommt der Grundbeitrag von 35 Euro plus 0,50 Euro pro Hektar (30 ha Wald), was insgesamt 50 Euro pro Jahr ausmacht. Josef Schmidkonz informierte das Gremium, dass im nächsten Jahr die Fahrbahnsanierung der Ortsdurchfahrten der Staatsstraße 2167 zwischen Großkonreuth und Poppenreuth erfolgen könnte. Allerdings muss die Gemeinde dann die Kanäle und Schächte prüfen bzw. erneuern lassen. Die Kosten müsste die Gemeinde in den Haushalt 2016 einplanen. "Für eine Umgehungsstraße haben wir keine Möglichkeit, in ein Ausbauprogramm zu kommen, da die Verkehrsbelastung zu gering ist", merkte Schmidkonz dazu an.

Beim Breitbandausbau konnte der Bürgermeister von einer Förderung von 80 Prozent (rund 940 000 Euro) berichten. Allerdings hätten andere Gemeinden bis zu 90 Prozent erhalten. Den Ausbau übernimmt die Telekom, die sofort beginnen will. Für 2015 stehten bereits 234 907 Euro an Fördermittel zum Abruf bereit. Die Fertigstellung des gesamten Ausbaus muss im August 2016 erfolgen. "Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die alle Orte und Weiler anschließt", betonte Schmidkonz. Erfreulich war für ihn, dass auch Tirschenreuth gegen die Windräder am Wetterberg bei Laub Klage erheben will. Mähring hat zwischenzeitlich einen Anwalt beauftragt.

Schlamm im Bach

Marktrat Siegfried Scharnagl fragte noch einmal nach, was die Gemeinde gegen die Verschlammung des Mühlbaches in Poppenreuth unternehmen will. "Wenn ein Kind hineinfällt, kommt es nicht wieder raus aus dem Schlamm." Laut Bürgermeister wollte die Gemeinde den Bachlauf früher einmal sogar auflassen wollte. Dies sei von einem Bürger gerichtlich verhindert worden. "Der Bach wurde als Gewässer dritter Ordnung eingestuft, für den die Gemeinde zuständig ist." Seit 1990 wurde die Betreuung an den Verband abgegeben, "dem müssten wir das weitermelden". Die Mähringer Markträte verwiesen auch auf den starken Bewuchs im Bach in der Bingerstraße. Der sollte ebenfalls gemeldet werden.

Neuer Bauhof-Mitarbeiter

Bei den Bekanntgaben aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung berichtete Schmidkonz von einem neuen Bauhof-Mitarbeiter. Seit Montag ist Josef Weidhas hier eingestellt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Printlang (50)November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.