Gemeinderat diskutiert erneut familienfreundliche Preise im Aktivbad
Familientarif schwere Geburt

Familienfreundlich soll das neue Kümmersbrucker Aktivbad sein - das zeigen auch die ersten Werbe-Vorschläge für das KA2. Die entsprechende Gestaltung der Eintrittspreise war allerdings gar nicht so einfach. Bild: hfz
Kümmersbruck. (eik) Wieviele Kinder gehören zu einer Familie? Und wer kontrolliert das - wenn statt Personal nur ein Automat am Eingang zum Hallenbad steht? Die Diskussion um familienfreundliche Preise im neuen Kümmersbrucker Aktivbad (KA2) führte der Gemeinderat nun schon zum zweiten Mal.

Weil die SPD-Fraktion auf der geplanten Eintrittspreisliste des KA2 eine Familienkarte vermisste, hatte der Rat dieses Thema zuletzt vertagt. Zwischenzeitlich hat auch die CSU eine Familien-Regelung gefordert. Über die wurde am Dienstagabend im Rat wieder munter diskutiert.

Problem ist der Automat

Kernproblem dabei ist die Tatsache, dass im KA2 kein Personal mehr kassiert - diese Aufgabe übernimmt ein Automat. In dem lässt sich die gewünschte Familienkarte nicht einprogrammieren. Und kontrollieren, wie viele oder welche Kinder ein Erwachsener oder ein Paar mitbringt, kann er auch nicht. SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Moser machte sich für eine Handhabung wie im Amberger Kurfürstenbad stark: Dort zahlten Eltern (oder auch nur ein Elternteil) Eintritt für sich und ein Kind, alle weiteren Sprösslinge hätten freien Eintritt. Allerdings gibt es dort Personal an der Kasse, das den Einlass kontrolliert.

Freier Eintritt ab dem zweiten Kind, dem wollte sich Bürgermeister Roland Strehl (CSU) "nicht versperren" - nur könne es ohne Kontrolle sein, dass dabei auch fremder Nachwuchs zum Zuge komme. Aber "wir können auch den Bademeister Kinder zählen lassen." Werner Cermak (SPD) sah dafür keinen Grund: "Ich finde das Amberger Modell gut. Und da wird der Bademeister auch nicht fragen, ,Sind das Ihre Kinder?'"

Eine Kontrolle sei zudem auch nicht möglich, wenn man Familien eine Wertkarte gebe, betonte Moser. Eine entsprechende Idee hatte die CSU in der vorangegangenen Sitzung ins Spiel gebracht: Kinderreiche Familien (ab drei Kindern) könnten einmal im Jahr eine der regulär geplanten Wertkarten (80 Euro zahlen, Badeintritt für 100 Euro nutzen) von der Gemeinde bekommen. "Wieviele Familien haben wir denn mit drei oder mehr Kindern?", stellte Cermak dieses Angebot infrage. "Ein Kind zahlt und jedes weitere nicht", das sei eine praktikable und familienfreundliche Regelung.

Ab zweitem Kind gratis

Aus der wollte Bürgermeister Strehl "keine Glaubensfrage" machen. CSU-Fraktionsvorsitzender Markus Graf auch nicht: "Unser Herz hängt nicht an drei Kindern, wir gehen auch den Schritt mit zwei Kindern mit." Daraufhin segnete das Gremium die Preisgestaltung fürs KA2 einstimmig ab - ergänzt um "eine Familienkomponente", sowie eine von der SPD gewünschte Ermäßigung für Inhaber der Ehrenamtskarte sowie für Langzeitbadegäste (sechs Stunden).
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