Gepflasterte Fußwege

Ohne Treppe und mit abgeflachter Stützmauer ergäbe sich im historisch gewachsenen Dorfkern rund um das Pfarrhaus ein übersichtlicher Platz. Bild: hch

Im Gasthof Sommer projizierte Landschaftsarchitekt Karl Spindler seine Ideen für die Dorferneuerung an die Wand. Gemeindechefin Marianne Rauh und über 60 Bürger erfuhren, dass die Teilnehmergemeinschaft noch nicht in der Planungs-, sondern erst in der Konzeptionsphase sei.

Erik Bergner und Teresa Bräuer vom Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth sowie Günther König vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Weiden standen zur Beantwortung von Fragen bereit. "An allererster Stelle steht, die Straßen zu verbessern", betonte Spindler. Die Breite werde nicht verändert. "Da, wo es geht", sollen gepflasterte Fußwege den Dorf-Charakter unterstreichen. Um den historischen Stellenwert der evangelischen St.-Ulrich-Kirche und des alten Schulhauses hervorzuheben, ist ein kompletter Ausbau der Straße im Zentrum vorgesehen.

Zufahrt zur Kirche

Im gleichen Zug ließe sich der Bereich um das evangelische Pfarrhaus höhenmäßig umgestalten. Damit entfiele die Treppe, und die seitliche Stützmauer könne angepasst werden. "Zurzeit wird die Kirche renoviert, oft stehen Lastwagen da. Gibt es für die Kirche dann keine Zufahrt mehr?", äußerte Meßner Ludwig Frank, der das Pfarrhaus bewohnt, Bedenken. Spindler hatte deswegen eine Zufahrt von hinten vorgesehen.

Mit einer Karte demonstrierte der Landschaftsarchitekt den Verlauf der Wasserachsen. Wilchenreuth hat ein erschlossenes Mischwasser-System. Damit Hochwasser nach starkem Regen keinen Schaden anrichtet, könnte es zur Not über den alten Hohlweg laufen und dort auch zurückgehalten werden. "Zum Aufnehmen des Regenwassers dienen Spitz- oder Hohlrinnen und Gullys", erläuterte Spindler. Im Bereich des historischen Hohlwegs sollen die Hecken und Sträucher zurückgeschnitten werden.

Der Straßenunterbau am katholischen Kirchenvorplatz ist voll belastbar", wusste Ingenieur König. Dort könne man zur optimalen Entwässerung die Grünbereiche mit Schotterrasen befestigen, entgegnete Spindler. "Wenn der Vorplatz Kirchengrund ist, nehmen wir die Kirche mit ins Boot", versicherten Bergner und Bräuer. Als nächstes wird der Kanal mit der Kamera untersucht. "Wir müssen klären, wie marode er ist."

Zum Schluss erläuterte Rauh die Förderhöhe im Gemeindebereich und den Beschluss über die gesenkte Straßenausbau-Beitragssatzung. Je nach Art der Straße würden unterschiedliche Berechnungen angesetzt.

Satzung im Netz

Nachzulesen sei das auf der Homepage der Verwaltungsgemeinschaft Neustadt unter dem Suchbegriff "Ausbaubeitragssatzung" unter dem jeweiligen Ort, informierte Josef Herrlein. Bürger, die ihr Privateigentum erneuern wollen, sollen vor Beginn der Baumaßnahmen mit Architekt Markus Götz Kontakt aufnehmen.
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