Gericht verwirft Anklage wegen fahrlässiger Tötung: Oberfeldwebel von Schützenpanzer überrollt
Freispruch für Soldaten der "Zwölfer"

Die Vorbereitung der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" auf ihren Afghanistaneinsatz wurde vor zwei Jahren Gefechtsübungszentrum bei Letzlingen (Sachsen-Anhalt) durch einen Unglücksfall überschattet. Ein Oberfeldwebel geriet unter einen "Marder". Archivbild: dpa
(dpa/paa) Der Prozess um den tragischen Tod eines 28 Jahre alten Oberfeldwebels der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" bei einer Übung hat ein schnelles Ende gefunden. Zwei Soldaten der "Zwölfer", die sich am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Gardelegen in Sachsen-Anhalt verantworten mussten, sind am ersten Prozesstag freigesprochen worden.

Den Männern habe keine Mitschuld am Tod ihres Kameraden nachgewiesen werden können, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Stendal. Die beiden Soldaten gehören wie der 28-jährige Oberfeldwebel zum Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, das der Panzerbrigade 12 unterstellt ist.

Auf Weg nach Afghanistan

Der 28-Jährige war im Mai 2013 im Gefechtsübungszentrum in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg von einem Schützenpanzer vom Typ "Marder" überrollt worden. Der Soldat war noch an der Unfallstelle gestorben. Er stammte aus Nordostbayern, war verheiratet und hat keine Kinder. Mit der Übung hatten sich Bataillon und Brigade auf den Kampfeinsatz im selben Jahr in Afghanistan vorbereitet. Der damals 25-jährige Fahrer des Schützenpanzers hatte die Anweisungen des damals 30-jährigen Truppführers nicht hören können, weil der Bordfunk defekt war. Er setzte zurück und überrollte seinen 28-jährigen Kameraden, der mit dem Rücken zum "Marder" gekniet hatte.

Ursprünglich war die Anklage davon ausgegangen, dass die beiden Soldaten von dem Defekt des Bordfunks seit Tagen gewusst hatten und den Panzer deshalb nicht hätten fahren dürfen. Nach den Ausführungen eines Sachverständigen vor Gericht sei es jedoch nicht auszuschließen, dass der Fehler in der Sprechanlage am Unglückstag erstmals aufgetreten sei. Fahrlässiges Verhalten könne den Soldaten deshalb nicht zur Last gelegt werden, sagte die Sprecherin.

Ursprünglich Geldstrafen

Ursprünglich hatte das Gericht zwei Prozesstage anberaumt. Die Angeklagten hatten von der Staatsanwaltschaft Strafbefehle erhalten. Das hätte für sie eine Geldstrafe in Höhe von 3000 beziehungsweise 3600 Euro bedeutet. Dagegen hatten die Soldaten Einspruch eingelegt.
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