Germanwings-Katastrophe: Beim Streit um Schmerzensgeld haben Anwälte das Wort
Hinterbliebene sind empört

Inmitten von Blumen steht eine steinerne Gedenkstele mit der Aufschrift "In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015". Jetzt gibt es Ärger um die Höhe des Schmerzensgelds für die Hinterbliebenen. Bild: dpa
Im Streit um das Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe wird der Ton schärfer. Mehrere Dutzend Angehörigenfamilien seien empört über ein Angebot des Mutterkonzerns Lufthansa, sie lehnten es als "unangemessen" ab, heißt es in einem Brief des Rechtsanwalts Elmar Giemulla an die Airline. Seine Mandanten erwarteten ein neues Angebot der Lufthansa, sagte der Jurist, der nach eigenen Angaben 36 Familien vertritt. Er forderte mindestens 100.000 Euro für jedes Opfer. Die Lufthansa teilte am Sonntag mit, man kommentiere anwaltliche Korrespondenz nicht.

"Es wird Sie nicht verwundern, dass meine Mandanten mich gebeten haben, dieses Angebot als unangemessen abzulehnen", heißt es unter anderem in dem siebenseitigen Schreiben Giemullas. "So niedrig habe ich es in meiner Zeit als Anwalt bislang noch nie erlebt", sagte er zudem der dpa. Schwierig sei unter anderem die Frage, wie das Schmerzensgeld in einem Fall wie der Germanwings-Katastrophe berechnet werden könne. Dazu heißt es in dem Brief Giemullas: "Eine Antwort kann jedoch sicher gegeben werden: Nicht mit 25.000 Euro!"

Auch das Angebot der Lufthansa, nächsten Angehörigen wie Eltern, Kindern oder Lebenspartnern ohne weitere Prüfung jeweils ein Schmerzensgeld von 10 000 Euro zu zahlen, wies der Anwalt als unangemessen zurück. Die Gruppe sei zu klein gefasst, zudem müsse der Betrag "im unteren sechsstelligen Bereich liegen", schrieb er in dem Brief an die Gegenseite. Dazu heißt es im Schreiben: "Zu niedrige Zahlungen können, gerade wenn sie freiwillig erfolgen, als Ignoranz und damit als Verletzung empfunden werden."
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