Geschichte der Jesuiten in China

Den ersten Versuch, China zu missionieren, hatte noch der heilige Franz Xaver (1506-1552) unternommen. Er gehörte neben Ignatius von Loyola zu den Gründern des Jesuitenordens. Als erster Missionar des noch jungen Gesellschaft Jesu reiste über Afrika nach Indien, Südostasien und Japan.

Doch es gelang erst dem italienischen Macerata geborenen Jesuiten Matteo Ricci (1552-1610) ins damalige "Reich der Mitte" vorzudringen. Ricci absolvierte in Macau zusammen mit seinem Mitbruder und Landsmann Michele Ruggieri die konfuzianische Gelehrtenausbildung. Der erste Kontakt zu den chinesischen Eliten gelang über die europäische Technik, etwa Uhren, mit denen die beiden Jesuiten das Interesse der Chinesen weckten. Ricci verfolgte den Weg der indirekten Mission, er setzte auf den Austausch über Technik und Wissenschaft. So gelang es ihm Freundschaften zu schließen. Einige Hofbeamte konnte er taufen, nachdem er eine Aufenthaltsgenehmigung für Peking bekommen hatte.

Mit der Auflösung des Jesuitenordens 1773 endete auch die Mission in China. Nach der Wiederzulassung im Jahr 1814 kehrten die Jesuiten zurück. Auf Bitten chinesischer Christen wurden im Jahr 1842 drei Brüder, Franzosen, entsandt.

Bis zum Jahr 1949 gab es zwölf Misisonen der Jesuiten mit zusammen rund 800 Pater. Gut die Hälfte davon waren Ausländer, viele kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Heute sollen es wieder zwischen 20 und 30 sein. Der Jesuit aus China will sich nicht festlegen. Hier schimmert durch, dass die Gesellschaft Jesu in China zumindest zum Teil noch immer in Untergrund wirken muss. (paa)
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