Gesellschaft im Dialog

Constanze Kurz und Ex-Bundespräsident Christian Wulff erhielten am Donnerstag den Toleranz-Preis. Bild: dpa

"Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland." Mit diesem Satz sorgte 2010 der damalige Bundespräsident Christian Wulff für Aufregung. Am Donnerstag wurde er für diesen Satz ausgezeichnet.

Die Evangelische Akademie Tutzing hat am Donnerstagabend Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit dem undotierten "Toleranz-Preis" ausgezeichnet. Der bereits zum zweiten Mal vergebene Preis in der Kategorie "Zivilcourage" ging an Constanze Kurz, Sprecherin vom Chaos Computer Club und FAZ-Kolumnistin, als "unbequeme Mahnerin" auf dem Gebiet des Datenschutzes.

"Ich wünsche mir ein aktives Miteinander der Religionen", sagte Wulff in seiner Dankesrede. Parallelgesellschaften könnten am besten durch den Dialog verhindert werden. Muslime dürften nicht mit islamistischen Terroristen gleichgesetzt werden, warnte er. Zwar sei die Sorge vor islamistischen Terrororganisationen berechtigt, dennoch dürfe man nicht vergessen, das diese nichts mit Millionen friedlicher Muslime zu tun hätten, betonte der frühere Bundespräsident.

Hintergrund der Auszeichnung ist Wulffs Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit vor vier Jahren. Damals hatte er betont, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre. Damit leistete er nach Einschätzung der Evangelischen Akademie einen wichtigen Beitrag für die Integration von Muslimen.
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