Gesprächsrunde in Berlin: Gabriel ringt mit SPD-Basis um Konsens beim Trassenbau - Oberpfälzer ...
Energiewende: Alle Fragen offen

Im Windschatten der Griechenland-Krise wollen die Parteichefs der Großen Koalition, Angela Merkel (CDU), Sigmar Gabriel (SPD) und Horst Seehofer (CSU) die größten Brocken bei der Energiewende aus dem Weg räumen. Dafür müsste sich Seehofer bei den Stromnetzen bewegen. Daran besteht Zweifel - auch nach der eineinhalbstündigen Runde am Mittwoch in Berlin. SPD-Kommunalpolitiker sowie Abgeordnete aus der Oberpfalz, Mittel- und Oberfranken waren zum Gespräch mit dem Wirtschaftsminister angereist. "Gabriel ist nicht sehr zuversichtlich", sagte die Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder zu unserer Zeitung. "Er beklagt, dass sich Seehofer vor dem Gipfel am Abend im Kanzleramt nach wie vor stumm stellt."

Im Kern habe der Parteivorsitzende seine bekannten Positionen wiederholt: Die Stromtrassen seien wegen der Versorgungssicherheit nötig. Allerdings wolle er der Erdverkabelung und den Ausbau auf bestehenden Trassen Vorrang einräumen. "Damit sei der Ostbayernring durch die Oberpfalz weiter aktuell", beschreibt Schieder die Lage. "Aber wie das genau aussehen soll, ist noch immer unklar", kritisiert sie den anwesenden Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. "Er hat bisher gemeinsame Masten mit Gleich- und Wechselstrom für unmöglich erklärt - heute sagte er mir, er lerne täglich dazu." In einigen Jahren könne das zu lösen sein. "Mit anderen Worten: Vorhang zu, alle Fragen offen."

Das Oberpfälzer Quartett um Schieder, die Weidener Landtagsabgeordnete Annette Karl, Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl habe im Vorfeld moderierend auf die Kollegen einwirken wollen. Besonders in Richtung der mittelfränkischen Vertreter habe sie gesagt: "Jetzt geht's nicht gleich auf Gabriel los, lasst uns versuchen, einen vernünftigen Diskurs zu führen." Im eher roten Franken koche die Volksseele. "Wir wollen keine populistische Kirchturmpolitik", sagt Schieder, "sondern einen verträglichen Ausbau der Netze, soweit nötig - auf Grundlage der Fakten." Da hapere es aber noch bei der Informationspolitik von Amprion und Tennet.
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