Gesundheitsbehörde: Keine Anfragen mehr - Zweiter leitender Arzt an Virus gestorben
Kein Ebola-Patient nach Hamburg

Mit Handschuhen und regelmäßigem Händewaschen schützen sich die Menschen, wie hier in Liberia, vor der Ansteckung mit dem Ebola-Erreger. Bild: dpa
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Deutschland und die Welt
31.07.2014
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(dpa/epd) Hamburg erwartet derzeit keinen Ebola-Patienten aus Westafrika mehr, der in Deutschland behandelt werden soll. "Uns liegen keine Anfragen mehr vor und wir gehen aktuell auch nicht von weiteren aus", sagte Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte kürzlich beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort betreut werden könne. Berichte, nach denen es sich um den führenden Ebola-Experten Sheik Umar Khan aus Sierra Leone gehandelt haben könnte, wollte Schmidt auch am Mittwoch nicht bestätigen. Der selbst an Ebola erkrankte Arzt ist, wie am Dienstag bekannt wurde, inzwischen gestorben.

Am Dienstagabend hatte die Bernhard-Nocht-Klinik von einem zweiten Patienten aus Liberia berichtet, der möglicherweise nach Hamburg komme. Dabei habe es sich aber nicht um eine offizielle Anfrage, sondern nur um einen informellen Kontakt gehandelt, der sich inzwischen erledigt habe, sagte Schmidt.

Die bisher schwerste registrierte Ebola-Epidemie überhaupt hatte im März in Guinea begonnen und rasch auch Nachbarländer erfasst. Das tödliche Ebola-Virus in Westafrika macht wie im Fall Sheik Umar Khan auch vor Medizinern nicht halt. Gesundheitsminister Miatta Kargbo bezeichnete Khan als Nationalhelden und würdigte sein enormes Bemühen, das Leben anderer zu retten. Am Samstag war bereits einer der leitenden Ebola-Mediziner in Liberia gestorben, der Arzt Samuel Brisbane.

Meist tödlicher Verlauf

In Westafrika haben sich bereits mehrere Ärzte und Krankenschwestern bei der Arbeit mit Ebola-Patienten infiziert. Gegen das Virus gibt es bislang kein Heilmittel und keine Schutzimpfung. Nach den jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation erkrankten rund 1200 Menschen, davon starben mindestens 672. Die Infektion verläuft in 90 Prozent der Fälle tödlich. Auch zwei US-Amerikaner, die für eine Hilfsorganisation arbeiten, sind erkrankt.

Die pan-afrikanische Fluglinie ASKY kündigte am Dienstag an, alle Flüge nach Monrovia und Freetown, die Hauptstädte von Liberia und Sierra Leone, einzustellen. Die schwerste Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus 1976 brach im März in Guinea aus. Auch die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone sind betroffen.
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