Gesundheitsministerin Melanie Huml legt Aktionsplan zur Vorsorge vor
Junge Ärzte sollen aufs Land

Gesundheitsministerin Melanie Huml will die Ärzteversorgung auf dem Land verbessern. In einer Regierungserklärung kündigte sie an, die Förderung zur Niederlassung junger Haus- und künftig auf Fachärzte auszuweiten und außerdem für jede Region eine passgenaue Lösung zu erarbeiten. Überall müsse wohnortnah eine "Brücke zwischen Krankenhaus, Reha und Pflege geschlagen werden", sagte Huml.

Neue Praxisformen

Um die flächendeckende Versorgung zu sichern, kündigte Huml einen Aktionsplan "Mehr Ärzte aufs Land" an. Medizinstudenten sollen in Zukunft 500 statt 300 Euro im Monat bekommen, wenn sie sich zu einer anschließenden Niederlassung auf dem Land verpflichten. Zudem will sie neue Niederlassungsformen wie Facharztzentren, Praxisnetze oder "Satellitenpraxen" unterstützen. Auf Bundesebene will sie sich im Rahmen des geplanten "Masterplans Medizinstudium 2020" unter anderem für eine "Landarztquote" einsetzen. Verbessert werden soll die medizinische Versorgung auch dank Digitalisierung und Telemedizin. In Sachen Prävention will Huml die Bürger stärker in die Verantwortung nehmen. "Ich möchte bei den Menschen das Verantwortungsbewusstsein für ihr eigenes gutes Leben schärfen", betonte sie. Eine entsprechende Kampagne werde mit 20 Millionen Euro jährlich unterstützt. In der Pflege wolle sie die Wahlfreiheit stärken. Die Politik werde sie dabei mit der Schaffung regionaler Pflegestützpunkte und einer angemessenen Personalausstattung in den Pflegeheimen unterstützen. Zur Aufwertung der Pflegeberufe soll ein öffentlich-rechtlicher Landespflegering eingerichtet werden. Stärken will Huml auch Palliativmedizin und die Hospizarbeit.

Aus der Wellness-Oase

Die SPD-Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner sprach von einer "Regierungserklärung aus der Wellness-Oase", die mit der rauen Wirklichkeit nur wenig gemeinsam habe. Huml habe viele ungelöste Probleme wie die Zukunft der Notfallversorgung, die Krankenhausplanung oder den Erhalt von Apotheken nicht angesprochen. Eine Neuausrichtung der Bedarfsplanung bei der Verteilung von Ärzten forderte Karl Vetter (Freie Wähler). Von den aktuellen Vorgaben profitierten vor allem die Städte. Ulrich Leiner (Grüne) warf Huml vor, sich in Ankündigungen zu ergehen. "Wir haben in der bayerischen Gesundheits- und Pflegepolitik kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem", sagte er.
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