Glaskunst ein Kulturgut

Glasblasen ist nach wie vor Handarbeit in Waldsassen. Bild: Herda

Die Unesco schützt nicht nur Bauwerke wie den Kölner Dom oder die Hamburger Speicherstadt. Auch immaterielles Kulturgut wie Bräuche und Traditionen soll bewahrt werden. Jetzt sind sieben neue Einträge in Deutschland dazugekommen. Einer davon ist aus der Oberpfalz.

Das Sternsingen, das Schützenwesen und das Kneippen stehen künftig auf der Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Weitere Neueinträge auf der Liste sind das Choralsingen, die Volkstanzbewegung, die manuelle Glasfertigung und das ehrsame Narrengericht in Grosselfingen, ein jahrhundertealtes Fastnachtsspiel in Baden-Württemberg. Das teilten die UN-Kulturorganisation und das bayerische Kunstministerium am Freitag mit. Ebenfalls aufgenommen wurden das Kneipp'sche Naturheilverfahren mit der Kneippstadt Bad Wörishofen im Allgäu sowie die Handwerkstechniken zur manuellen Hohl- und Flachglasfertigung mit der Glashütte in Waldsassen (Kreis Tirschenreuth). Die "Genussregion Oberfranken" wurde zudem in das Register guter Praxis-Beispiele aufgenommen. Die Vorschläge waren am Donnerstag von der Kultusministerkonferenz (KMK) und von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bestätigt worden

Das Verzeichnis soll die kulturelle Vielfalt in Deutschland spiegeln. Nach den ersten 27 Eintragungen im Dezember 2014 wurden jetzt die sieben weitere Kulturformen aufgenommen. In der ersten Antragsrunde wurden damals die Limmersdorfer Lindenkirchweih und die Oberammergauer Passionsspiele in das Bundesverzeichnis eingetragen.

Weitere Kandidaten

"Unser kulturelles Erbe manifestiert sich nicht nur in Monumenten", sagte Christoph Wulf, Vorsitzender des Expertenkommitees zum Immateriellen Kulturerbe. "Es ist Ausdruck unserer sich ständig weiterentwickelnden Identität." Um auf die internationale Unesco-Liste des immateriellen Kulturguts zu kommen, ist die Aufnahme in ein nationales Verzeichnis Voraussetzung. Staatsministerin Grütters sagte, sie freue sich besonders, dass für nächstes Jahr Orgelbau und Orgelmusik als neue deutsche Nominierung für die internationale Liste eingereicht würden: "Denn der Nominierungsvorschlag verkörpert zwei wesentliche Komponenten des immateriellen Kulturerbes: Tradition und Innovation", sagte Grütters. Über Orgelbau und Orgelmusik wird 2017 beraten. Bereits im nächsten Jahr entscheidet die Unesco über die erste Nominierung. Dabei handelt es sich um die hauptsächlich in Deutschland mitentwickelte Idee der Genossenschaften.
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