Gleichzeitig nur wenig Verkehr auf den Straßen
Bayern reagieren gelassen auf den Streik

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München (dpa/lby) Die Bayern haben gelassen auf den Lokführer-Streik über das ganze Wochenende reagiert - das große Chaos blieb aus, und auch auf den Straßen ging es überraschend ruhig zu. Ab Montag sollen wieder alle Züge rollen. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kündigte eine siebentägige Streikpause ab Montag an.

Von Samstag früh bis Montag früh 4.00 Uhr fuhren die Züge der Deutschen Bahn auch in Bayern nur nach einem stark ausgedünnten Notfahrplan. Jeder dritte ICE fuhr noch. Weit besser sah es im Nahverkehr aus: «In Hessen und Bayern konnten gut die Hälfte der Regionalzüge gefahren werden», teilte die Deutsche Bahn am Sonntagnachmittag mit. Außerdem waren auch die vielen Züge der privaten Bahngesellschaften unverändert im Einsatz. Auf einigen Strecken kamen auch Busse zum Einsatz.

Einige Reisende mussten wegen des Streiks die Nächte zum Samstag und zum Sonntag am Bahnhof verbringen. In München funktionierte die Deutsche Bahn einen Nachtzug zur Herberge für gestrandete Reisende um.

Die Lage auf den Bahnhöfen schien aber entspannt, es herrschte weniger Betrieb als gewöhnlich - auch weil viele Fußballfans am Samstag per Bus oder Auto anreisten oder zu Hause blieben. «Die Leute haben sich mit der Situation arrangiert», sagte der Bahnsprecher. Die Deutsche Bahn verstärkte ihr Service-Personal in den Bahnhöfen. Viele Reisende hätten sich aber vorab informiert und Alternativen gesucht.

Von den Zugausfällen profitierten Fernbus-Anbieter. Flixbus etwa rechnet mit einem Umsatzanstieg von über 30 Prozent an diesem Wochenende. «Für uns war es ein Rekord-Wochenende», sagte Sprecherin Bettina Engert am Sonntag in München. «Wir haben Zusatzbusse und Doppeldecker eingesetzt. «Vor allem die Linien von und nach Frankfurt waren komplett ausgebucht.» Einen Ansturm verzeichneten auch die ADAC-Post-Busse: «Wir hatten dieses Wochenende 50 Prozent mehr Buchungen, und wir haben alle verfügbaren Reisebusse aktiviert», sagte ADAC-Sprecherin Maxi Hartung in München. Die meistgefragten Strecken seien Frankfurt - Köln, Hamburg - Münster und Berlin - Hannover gewesen.

Auf den Straßen war am Wochenende überraschend wenig los - trotz Streiks, schönsten Ausflugswetters und Herbstferien in elf Bundesländern. «Auf den Autobahnen ist es heute genauso erstaunlich ruhig wie am Samstag», sagte Hartung am Sonntag. «Wir waren etwas überrascht.» Der Autofahrerclub hatte mit dicken Staus gerechnet. Tatsächlich gab es auf den traditionellen Staustrecken wie der Münchner Ostumfahrung A99 Behinderungen. «Aber nicht mal auf der A8 war viel Stau», sagte Hartung. Schon am Samstag «war Verkehr eher wie an einem normalen ruhigen Samstag und nicht wie an einem Ferien-Wochenende mit Streik.» Die Bürger hätten sich offensichtlich sehr gut informiert und entsprechend reagiert.

Der Mitarbeiter einer Autovermietung am Münchner Bahnhof sagte am Samstag: «Es ist vielleicht ein bisschen mehr los als sonst, aber das große Geschäft ist das heute bei weitem nicht.» Taxifahrer und Verkäufer in Läden in der Bahnhofshalle warteten gelangweilt auf Kunden, einige äußerten sich genervt.
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