Grafenwöhrer helfen im Ebola-Gebiet
"Es war eine Herausforderung"

Obergefreiter Omar Gonzales (links) vom 902. Pionierbataillon aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) und Christian Ebenezer Woods aus der liberianischen Hauptstadt Monrovia räumen Holzreste vom Bau der Ebola-Behandlungs-Einrichtung in Buchanan auf. Bild: US-Armee/Feldwebel Ange Desinor
Grafenwöhr/Monrovia. (paa) Seit wenigen Tagen ist das Ebola-Behandlungszentrum im westafrikanischen Liberia fertiggebaut. Obwohl sie ihre Arbeit erledigt haben, dürfen die US-Soldaten aus Grafenwöhr noch nicht nach Hause in die Oberpfalz. Sie müssen 21 Tage in Baumholder unter Beobachtung ausharren.

Im Kampf gegen Ebola im westafrikanischen Liberia gibt es erste Hoffnungsschimmer, meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahl der Neuinfektionen steige nicht mehr überall so stark wie bisher. Zum Kampf gegen die Infektionskrankheit tragen auch amerikanische Soldaten aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) bei - sie errichteten eine Ebola-Behandlungseinrichtung in der Küstenstadt Buchanan. Es ist das erste der 15 in Liberia geplanten Zentren, das von einer US-Heereseinheit fertiggestellt wurde.

"Um den Auftrag zu erledigen, haben wir 22 Tage gebraucht", sagte Leutnant Abraham Richardson, ein Zugführer. Er gehört zu den rund 45 Soldaten der 902. US-Pionierkompanie, die sich am 17. Oktober von Grafenwöhr in Richtung Liberia verabschiedet hatten. "Es war eine Herausforderung", erzählte Richardson: "Wir hatten alle lange Arbeitstage und duschten mit Wasserflaschen."

Erste Truppen im Land

Die Soldaten aus Grafenwöhr waren die ersten aus der US-Armee in Liberia. Sie bereiteten den Weg für den Einsatz weiterer Einheiten. Insgesamt wollen die USA im Zuge der Mission "United Assistance" bis zu 3000 Soldaten nach Westafrika entsenden. Sie sollen die staatlichen und nicht-staatlichen Hilfsorganisationen unterstützen, die Ebola-Patienten behandeln und die Epidemie bekämpfen.

"Das ist mein sechster humanitärer Einsatz, und es ist bei weitem der härteste", sagte Feldwebel Miguel Jaquez aus Grafenwöhr. "Es gab nichts hier. Wir mussten alles von Grund auf aufbauen." Zugleich bedankte er sich für die Unterstützung durch die Liberianer. "Sie haben es uns viel einfacher gemacht."

Die Internationale Organisation für Migration betreibt zusammen mit liberianischen Kräften die Behandlungseinrichtung. Letztere wurden durch die Weltgesundheitsorganisation und das liberianische Gesundheitsministerium ausgebildet. Das Zentrum bietet Platz für 50 Ebola-Patienten und gewährleistet eine organisatorische und bauliche Trennung zwischen dem Isolationsbereich für die Patienten und dem Bereich für Personal und Gesunde.

Inzwischen sind die ersten Grafenwöhrer US-Pioniere nach Deutschland zurückgekehrt - aber nicht zu ihren Familien. Seit 25. November warten sie mit anderen US-Soldaten aus Deutschland, die im Ebola-Gebiet in Westafrika im Einsatz waren, darauf, dass ihre 21 Tage in der Überwachungsstation in der US-Garnison Baumholder (Rheinland-Pfalz) zu Ende sind. Dort mussten sie auch den großen amerikanischen Familien-Feiertag Thanksgiving verbringen, aber zu Weihnachten dürften sie zu Hause sein.

Schutz der Gemeinden

"Wir verstehen den Wunsch unserer Soldaten, die Feiertage mit ihren Familien zu verbringen", sagte Oberstleutnant Carl W. Marotto unserer Zeitung. Der Aufenthalt "ist eine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass sich kein zurückkehrendes Mitglied der Streitkräfte mit Ebola infiziert hat". Der 21-tägige Aufenthalt in der Überwachungseinrichtung sei vom Generalstabschef des US-Heeres angeordnet worden, um "Soldaten, Angehörige, ihre Gemeinden einschließlich des Gastlandes zu versichern, dass wir alle Maßnahmen ergreifen, die notwendig sind, um deren Gesundheit zu schützen".

Soldaten, die aus Afrika zurückkehren, werden auf dem US-Militärflughafen Ramstein (Rheinland-Pfalz) untersucht. Heimkehrer mit Symptomen werden ins Militärkrankenhaus Landstuhl gebracht, alle anderen nach Baumholder. Dort gibt es Platz für bis zu 200 Soldaten.
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