Griechisches Parlament setzt Ausschuss zu milliardenschweren Reparationsforderungen an ...
Schäuble hofft auf Kassensturz in Athen

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras (links, im Bild bei einem Treffen mit Yannis Stournaras, dem Direktor der Bank von Griechenland) gibt sich gern gelassen. Doch die Euro-Partner hoffen, dass Athen ihnen heute endlich reinen Wein einschenkt. Bild: dpa
Nach wochenlanger Funkstille wollen die Athener Regierung und Vertreter der Geldgeber am Mittwoch wieder über die finanzielle Lage des pleitebedrohten Landes sprechen. "Wie es genau aussieht, wissen wir nicht", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag nach Beratungen in Brüssel. Der griechische Staatsminister Alekos Flambouraris richtete unterdessen einen dramatischen Appell an seine Landsleute, ihr Geld aus dem Ausland zurückzubringen.

"Wir brauchen jeden einzelnen Euro", sagte der Staatsminister im griechischen Rundfunk. Nach Schätzungen haben die Griechen in den vergangenen drei Monaten aus Sorge um ihr Erspartes mehr als 22 Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben.

Das griechische Parlament will erneut Reparationsforderungen an Berlin aus dem Zweiten Weltkriegprüfen. Dazu berief das Parlament am Dienstag einen Ausschuss aller Parteien ein. Die Debatte dazu wurde vom Parlamentsfernsehen übertragen. "Wir vergessen nicht, dass das deutsche Volk auch unter den Nazis gelitten hat", erklärte der griechische Premier Alexis Tsipras. Er erinnerte aber auch daran, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg "zu Recht" mit einem Schuldenschnitt geholfen wurde, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Seitdem sperrten sich die deutschen Regierungen mit "juristischen Tricks". In einer früheren Studie wurden die Gesamtforderungen auf 269 bis 332 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage dagegen als erledigt an.
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