Gründerpreis "Unternehmen für die Region" geht an Dr. Wolfgang Baumann
14 Betriebe in Zukunft geführt

Im Fokus der Medien stand der Gründerpreis. Von rechts: Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord; den Preis überreichte der Vizepräsident des Sparkassenverbands, Roland Schmautz an Dr. Wolfgang Baumann mit Sohn Matthias (27), links Sparkassen-Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schön. Bild: Fütterer
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Deutschland und die Welt
22.05.2015
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Nürnberg/Weiden. Eigentlich sollte Dr. Wolfgang Baumann 1998 die Niederlassung der Deutschen Bank in Prag aufbauen. Der Jurist verzichtete jedoch auf die berufliche Karriere, um seiner anderen "Passion" zu folgen: Nämlich Betriebe zu sanieren, die von der Pleite bedroht sind. Mittlerweile gab Baumann 14 Firmen wieder eine "langfristige Perspektive". Er sicherte nicht nur die bestehenden Arbeitsplätze, sondern setzte 20 bis 30 Prozent Jobs oben drauf - und hielt dabei an den Standorten in der Region fest. Der 60-jährige stand am Donnerstag im Mittelpunkt einer großen Pressekonferenz im Messezentrum Nürnberg. Der Bayerische Sparkassenverband vergab beim Unternehmertag mit 1350 Teilnehmern den renommierten Gründerpreis.

Auf Initiative der Sparkasse Oberpfalz Nord ging der Sonderpreis "Unternehmen für die Region" an Dr. Wolfgang Baumann. Er fing vor 17 Jahren in Störnstein (Kreis Neustadt/WN) die Maschinenbaufirma Rofitec mit 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro auf. Heute zählt die Unternehmensgruppe Baumann 500 Beschäftigte in 14 Betrieben (Automaten-, Bühnen-, Metalltechnik, Granitgewinnung). Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von fast 100 Millionen Euro. Der Vizepräsident des bayerischen Sparkassenverbands, Roland Schmautz, attestierte Baumann "besonders verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln".

Dabei klingt Baumanns Rezept für die Rettung von Firmen, die in oder kurz vor der Insolvenz stehen, so einfach: "1. In 80 bis 90 Prozent dieser Betriebe gibt es einen erhaltenswerten Kern. Man muss ihn nur in relativ kurzer Zeit finden. 2. Die häufig in Lethargie verfallenen Mitarbeiter müssen begeistert und ihr Know how zu neuem Leben erweckt werden. 3. Für jede Firma gilt die Zusage für den Standort und die operative Eigenständigkeit. Was erwirtschaftet wird, bleibt im Betrieb. Es gibt keine Gewinnabführung an eine Holding."

Nichts geht ohne Risiko

Baumann ließ aber keinen Zweifel daran, dass manchmal "schwere Einschnitte" notwendig sind und jede Firmensanierung für ihn mit (finanziellem) Risiko verbunden ist. "Das Wichtigste ist, den Mitarbeitern in dieser extrem schwierigen Situation neue Anreize zu geben. Die Beschäftigten sind das größte Kapital."

In diesem Jahr plant die Unternehmensgruppe Baumann Investitionen in die Modernisierung des Maschinenparks für annähernd sieben Millionen Euro. Im Bereich Automotive hält Baumann etliche Patente.
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