Grüne streiten mit sich selbst und mit dem Bund Naturschutz - Seggewiß warnt vor Leitung ...
Stromtrassen polarisieren Öko-Lager

(dpa/wd) Die geplanten Stromtrassen sorgen bei den bayerischen Grünen für internen Zwist - aber auch für Clinch mit dem Bund Naturschutz (BN). Die Fraktionsspitze der Grünen ist verärgert darüber, dass die Naturschützer eine Allianz mit den Trassengegnern geschmiedet haben. Der Kreisverband der Grünen im Landkreis Bayreuth dagegen verlangt genau das auch vom Landesverband: Die Grünen müssten den Schulterschluss mit Bürgerinitiativen suchen, sagte Kreischef Andreas von Heßberg am Donnerstag. "Die Grünen müssen wieder der verlängerte Arm der Umweltverbände werden - hierin haben sie ihre Kernkompetenzen." Der Kreisverband lässt seine Mitgliedschaft im Landesverband ruhen, denn die Bayreuther Grünen fühlen sich beim Kampf gegen die Gleichstromtrasse Süd-Ost durch Oberfranken nicht ausreichend unterstützt. "Die Partei muss dringend ihre Umweltpolitik überdenken und an den grünen Idealen der Vergangenheit wieder anknüpfen", begründete der Kreisverband seinen Schritt. Die Parteispitze habe zu lange betont, dass neue Leitungen nötig seien, sagte Heßberg: "Wir können die Parteilinie zur Energiepolitik nicht mehr mittragen." Dass der BN in dieser Woche eine Allianz mit den Trassengegnern geschlossen hat, stößt bei der Grünen-Fraktionsspitze im Landtag auf Kritik. Fraktionschef Ludwig Hartmann sagte: "Wir wollen raus aus dem Atomstrom, raus aus dem schmutzigen Kohlestrom und rein in klimafreundlichen Wind- und Sonnenstrom. Das gelingt im Industrieland Bayern nur mit einem Ausbau der Netzinfrastruktur." Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sieht unterdessen seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Die Stromtrasse werde durch die Oberpfalz laufen. Der Münchener SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post habe in ein Wespennest gestochen, als er warnte, Ministerpräsident Horst Seehofer wolle die Südost-Trasse nicht an Nürnberg vorbei, sondern durch die Oberpfalz entlang der Autobahn A 93 führen. "Wäre es anders, hätte es längst entschiedene Dementis aus München und Berlin gegeben."
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