Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte gelegt
«Ort der Selbstvergewisserung Bayerns»

Bild: Fabian Leeb
Regensburg. (dpa) Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat am Freitag den Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg gelegt. «Es wird ein Ort der Selbstvergewisserung Bayerns», sagte Seehofer beim Festakt in der Minoritenkirche. Im Mittelpunkt soll die Geschichte Bayerns im 19. und 20. Jahrhundert stehen. Dabei sollen vor allem die Bürger ihre persönlichen Geschichten einbringen. «Hier erzählen die Menschen ihre Erlebnisse, ihre Gefühle und die Lebenswege ihrer Vorfahren», erläuterte der Ministerpräsident.

Dazu gehört ein Fesselballon, den Menschen aus der DDR zur Flucht nach Bayern genutzt haben oder auch Erinnerungen aus dem ersten Italienurlaub in den 1950er Jahren. Ein Italiener, der 1964 als Gastarbeiter nach München kam, hat seine Gitarre gestiftet, die ihm über melancholische Momente hinweghalf. Eine Frau aus dem damaligen Jugoslawien, die ihre drei Kinder in der Heimat zurückließ, stellte ein Halstuch und eine Kette zur Verfügung. Das Kapitel des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-1871 wird auch anhand eines von Kugeln durchlöcherten Helmes eines einfachen bayerischen Soldaten erzählt, der trotzdem überlebte.

So werde die Geschichte Bayerns anhand persönlicher Erinnerungen und Einzelschicksale beleuchtet, sagte der stellvertretende Leiter des Hauses der Bayerische Geschichte, Peter Wolf.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den Grundstein für das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg gelegt. Bilder von Fabian Leeb



Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte, Regensburg habe sich unter 25 Bewerbern für das Museum durchgesetzt. «Regensburg ist der Gravitationspunkt der Geschichte Bayerns», sagte Spaenle. Pünktlich zum 100. Geburtstag des Freistaates soll im Mai 2018 das Museum eröffnet werden. Der Freistaat unterstützt die Errichtung des Gebäudes nach dem Entwurf von Frankfurter Architekten mit 63,9 Millionen, weitere 3,4 Millionen Euro zahlt die Stadt Regensburg.

In dem Museum wird auch an sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele 1972 in München und die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erinnert. Der Fall des Eisernen Vorhangs, der erbitterte Kampf gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf sowie das traditionelle Politikerderblecken am Nockherberg werden ebenso beleuchtet. Aber auch die bayerische Tradition wie Sprache, Brauchtum sowie Klischees über Lederhose, Dirndl, Weißwürste und Fingerhakeln wird bedient.
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