Gudrun Brendel-Fischer
Dauerrede und Sauerstoffnot

Dauerrede und Sauerstoffnot Gudrun Brendel-Fischer (CSU) gehört zu den Frauen, deren Redeschwall nur schwer zu stoppen ist. Das gilt zumal bei ihrem Lieblingsthema, der berufliche Bildung. Ihre Plenarrede dazu bestritt Brendel-Fischer in einem Tempo, bei dem andere sofort in Sauerstoffnot gerieten. Zwischenrufer vertröstete sie auf eine ferne Zukunft ("Sie dürfen reden, wenn ich fertig bin."). Sitzungsleiter Reinhold Bocklet (CSU) ließ sie abblitzen. "Darf ich Sie an die Redezeit erinne
(CSU) gehört zu den Frauen, deren Redeschwall nur schwer zu stoppen ist. Das gilt zumal bei ihrem Lieblingsthema, der berufliche Bildung. Ihre Plenarrede dazu bestritt Brendel-Fischer in einem Tempo, bei dem andere sofort in Sauerstoffnot gerieten. Zwischenrufer vertröstete sie auf eine ferne Zukunft ("Sie dürfen reden, wenn ich fertig bin."). Sitzungsleiter Reinhold Bocklet (CSU) ließ sie abblitzen. "Darf ich Sie an die Redezeit erinnern?", fragte der vorsichtig nach Ablauf derselben an. "Ja, Sie dürfen mich erinnern", antwortete Brendel-Fischer, um unbeirrt in ihrer Rede fortzufahren. Nach weiteren Mahnungen fand sie doch ein Ende. "Eine gute Zeit" wünschte sie gut gelaunt den von ihrer Wortflut Erschlagenen. (jum)

Brandrede und Vorbehalte

Auf andere Weise unbeirrt ist der Grüne Sepp Dürr . Wenn er von etwas überzeugt ist, schont er weder Freund noch Feind. Als sich abzeichnete, dass sein Antrag zur Beendigung der Büstenaufnahme in die Walhalla auch wegen seiner markigen Wortwahl nirgends auf Zustimmung stoßen würde, drückte er der SPD sein Unverständnis mit der Bemerkung "Ihr seids und bleibts Sozis" aus. An die CSU gerichtet meinte er, er halte niemanden davon ab, sich zu blamieren. Auf den Vorhalt, für den diplomatischen Dienst sei er wohl ungeeignet, entgegnete Dürr: "Darum habe ich mich nie beworben, deshalb bin ich ja in die Politik!" (jum)

Erinnerungsrede und Olympia

Für Kunstminister Ludwig Spaenle geriet der kleine Festakt zur Unterzeichnung der Grundsteinurkunde für die Gedenkstätte des Münchener Olympia-Attentats von 1972 zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Spaenle war damals elf und wohnte unweit des Olympia-Geländes in Schwabing, als ein palästinensisches Terror-Kommando die Sportler-Delegation Israels überfiel. Elf tote Sportler und einen getöteten Polizisten gab es zu beklagen. Spaenle erinnert sich noch heute an die über dem Viertel kreisenden Polizei- und Militär-Hubschrauber. Seine Mutter hat ihn damals auch zur Trauerfeier an den Ort des Geschehens mitgenommen. So schließt sich für Spaenle nun ein Kreis. (jum)
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.