Gummi statt Eisen
Angemerkt

Lastwagen werden immer mehr zu Güterzügen auf der Straße. Verfechter der Eisenbahn können darüber nicht glücklich sein. Sie verweisen auf die bessere Umweltverträglichkeit der Bahn. Diese allerdings hat einen wesentlichen Nachteil: Sie erreicht nach den Stilllegungen und Rationalisierungen der vergangenen Jahrzehnte keine Flächendeckung mehr. Straßen allerdings führen überall hin und zumeist in ganz gutem Zustand.

Dass es allerdings günstiger sein kann, Fracht in einem längeren Zug-Verbund zu transportieren ist einleuchtend. Ein Beispiel sind die australischen Road-Trains mit bis zu 53 Metern Länge und mehreren miteinander verbundenen Sattelaufliegern. Nicht nur die Länge erinnert an Züge. Auch der Bremsweg von bis zu zwei Kilometern.

In Europa ist bei der Fahrzeuglänge nach 25,25 Metern Schluss. Ob die Lastwagen hierzulande australische Maße annehmen, bleibt abzuwarten. Aber die Richtung ist klar vorgegeben. Das erfolgreiche System der langen Eisenbahn-Güterzüge wird allmählich auf die Straße übertragen. Gummi und Asphalt statt Eisen und Schotter. Der Transport von 5500 Tonnen Erz wird aber trotzdem weiter Bahn-Aufgabe bleiben.

alexander.raedle@derneuetag.de
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