Häuser müssen sparsamer werden: Die EnEV 2014 und ihre Auswirkungen auf private Bauvorhaben
Noch ein Viertel weniger Energiebedarf

Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz von Gebäuden zu erhöhen. Als Zeitpunkt ist das Jahr 2020 genannt. Weiterhin soll der Einsatz regenerativer Energieträger gesteigert werden.

In der "EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" ist dies zunächst für Neubauten gefordert. Die erste Umsetzung der Richtlinie in Deutschland erfolgte im Jahr 2007 mit der Einführung der EnEV 2007, seit Oktober 2009 galt die EnEV 2009. Mit der EnEV 2014 werden nun weitere Vorgaben umgesetzt, die sowohl den Baubestand als auch die geplanten Neubauten auf das Einsparziel der Richtlinie ausrichten sollen. Stichtag ist der 1. Januar 2016. Neubauten im Wohn- aber auch im Nichtwohnbereich müssen dann höhere energetische Vorgaben erfüllen. Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf wird um 25 Prozent gesenkt. Der angegebene Wert enthält sämtliche Energie, die im Haus verbraucht wird - zum Beispiel für Heizung, Warmwasser, Lüftung oder Kühlung. Bei Nichtwohngebäuden wird auch die Beleuchtung mit angesetzt.

Änderungen bei der Gebäudehülle

Mit einbezogen werden nicht nur die Verbrauchswerte, sondern der Bedarf ab Gewinnung der jeweiligen Energie. Auch im Bereich der Gebäudehülle kommen Änderungen auf die Bauherren zu. So muss der mittlere Wärmeverlust durch die Außenhülle eines Hauses um etwa 20 Prozent gegenüber den Vorgaben aus der EnEV 2009 gesenkt werden. Für Bestandsbauten gibt es in der EnEV 2014 keine signifikanten Verschärfungen, allerdings sind auch diese Gebäude von neuen Regelungen betroffen. Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 installiert wurden, dürfen nur noch bis 2015 betrieben werden. Erfolgte der Einbau nach 1985, dann ist ein Austausch nach 30 Jahren Pflicht. Allerdings sind nicht alle Hausbesitzer betroffen, denn es gibt zahlreiche Ausnahmen von dieser Regel.

Neue Regeln gibt es auch im Bereich der Wärmedämmung. Bis Ende 2015 müssen oberste Geschossdecken in Altbauten, die den Mindestwärmeschutz nicht erfüllen, modernisiert werden.

Dies betrifft Decken beheizter Räume, die an das Dachgeschoss angrenzen. Bei einem entsprechend gedämmten Dach gilt die Forderung auch bei einer ungedämmten Decke als erfüllt.

Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die zum 1. Februar 2002 ihr Haus selbst genutzt haben, bleiben von der Austausch- bzw. Modernisierungspflicht ebenfalls verschont. Allerdings muss die Pflicht zum Austausch der Heizungsanlage oder der zusätzlichen Dämmung bei einem Verkauf vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren realisiert werden.

Der Energieausweis für Gebäude wird deutlich wichtiger. So besteht für Verkäufer wie Vermieter eine gesetzliche Pflicht, diesen Ausweis bereits bei der Besichtigung des Hauses vorzulegen. Ist der Vertrag geschlossen, muss der Käufer oder Mieter eine Kopie des Ausweises ausgehändigt bekommen. Bereits in der geschalteten Immobilienanzeige müssen einige Kennwerte aus dem Ausweis angegeben werden, so zum Beispiel der durchschnittliche Energiebedarf des Gebäudes. (tdx)
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