Haftstrafe für Mord an Eisverkäuferin vor 30 Jahren
Spätes Geständnis

Fast 30 Jahre nach dem grausamen Tod einer jungen Italienerin ist ein wegen Mordes angeklagter Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der heute 48-Jährige habe die damals 25 Jahre alte Eisverkäuferin aus sexuellen Motiven erdrosselt, begründete der Vorsitzende Richter am Landgericht Karlsruhe am Freitag die Entscheidung. Damit sei der Tatbestand des Mordes erfüllt. An der Toten habe der Angeklagte sexuelle "Ersatzhandlungen" vorgenommen. Auch der Missbrauch sei erwiesen. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt, weshalb er jetzt nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wurde. Damit lag die Höchststrafe bei lediglich zehn Jahren, nach dem Erwachsenenstrafrecht wird Mord mit lebenslanger Haft bestraft. Der bislang unbehelligt in der Schweiz lebende Mann hatte sich im Februar den Behörden gestellt, weil er die Schuld nicht länger ertragen hatte. Ein Sachverständiger hatte ihm verminderte Steuerungsfähigkeit attestiert. Auch das Geständnis des Mannes hatte sich strafmildernd ausgewirkt. Die Verteidigung hatte auf Totschlag und damit auf Freispruch wegen Verjährung plädiert.
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