Heimat nicht nur Tracht

Bayern - das sind grüne Wiesen, die Alpen, urige Dörfer, Blasmusik und Tracht. Ein Bild, das der Bayerische Städtetag gerne korrigieren würden.

Der Heimatstrategie der Staatsregierung fehlt nach Überzeugung des Bayerischen Städtetages ein flächendeckender Anspruch. "Heimat ist nicht nur das malerische Dorf", sagte der Städtetagschef und Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) bei der Vollversammlung seines Verbandes am Donnerstag in Passau.

"Auch in der Stadt - egal, ob im chicen Stadtviertel, egal, ob im Mietshaus oder in der Trabantenstadt - auch da sagen die Menschen: Da bin ich daheim", sagte Maly vor mehreren hundert Delegierten und Gästen. Als Beispiel für die Einseitigkeit des von der Staatsregierung propagierten Heimatbildes nannte der Vorsitzende die Inszenierung des G7-Gipfels Anfang Juni auf Schloss Elmau mit Blasmusik und Trachtlern. "Das war bayerische Heimat aus dem Bilderbuch." Solche Bilder verdrängten aber, "dass die Menschen nicht nur in ländlichen Räumen Heimat finden, sondern gerade auch in den Städten". Maly warnte vor einer Politik, die Stadt und Land gegeneinander aufbringt.

Städte nicht vergessen

Zuvor hatte der Städtetag eine Resolution verabschiedet. Darin fordern die Delegierten, die Herausforderungen wachsender Städte und Gemeinden bei der Bewältigung des demografischen Wandels nicht zu vernachlässigen. "Die einseitige Konzentration auf schrumpfende Regionen wird der bayerischen Entwicklung nicht gerecht." Bei ihrem Verbandstreffen hatten sich die Kommunalpolitiker mit den Folgen des demografischen Wandels für Städte und Gemeinden befasst. In dem Verband sind mehr als 270 Städte, Märkte und Gemeinden organisiert.
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