Helfer klagen über Chaos

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Vor allem in den Bergen Nepals werden knapp eine Woche nach dem Beben dringend Helfer gebraucht. Andernorts gibt es hingegen zu viele Rettungsteams. Sie berichten von einer schlechten Koordinierung.

Fast eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Nepal haben Helfer die immer noch chaotische Koordinierung der Einsätze kritisiert. Bei der Katastrophe am vergangenen Samstag starben allein in Nepal mindestens 6250 Menschen.

Chaos und Kritik: Die Koordinierung der Bergungsarbeiten bereitet auch deutschen Helfern Probleme. "Es hat die Information gefehlt, dass vor allem in den Bergen Hilfe benötigt wird", sagte Stefan Heine, Sprecher der Hilfsorganisation, I.S.A.R. Germany, am Freitag in der Hauptstadt Kathmandu. Der Transport von Hilfsgütern in die Regionen verlaufe schleppend. Lokale Medien berichteten, Überlebende an manchen Orten seien so verzweifelt, dass sie Lastwagen stoppten und sich die Hilfsgüter einfach nehmen. In Kathmandu sowie in der westlich gelegenen Stadt Gorkha hat sich die Lage nach I.S.A.R.-Angaben hingegen im Nachhinein als deutlich weniger dramatisch erwiesen als zunächst berichtet. Über zu viele Helfer in der Region klagte auf Twitter die Rettungshunde-Akademie Nepals.

Vermisste Deutsche: Die Familien zweier verschollener Nepal-Urlauberinnen aus Deutschland bangen noch immer. Die 20-jährige Leonie und ihre Freundin Nina wollten zu einer Wanderung ins Langtang-Tal, das vom Erdbeben stark betroffen ist. Zahl der vermissten Deutschen bewegt sich dem Auswärtigen Amt zufolge im höheren zweistelligen Bereich. Bestätigt ist bislang nur der Tod eines Professors aus Göttingen.

Zerstörungen: Angesichts der verheerenden Zerstörung steht den Helfern nach der Versorgung der Überlebenden mit Trinkwasser, Nahrung und Unterkünften eine weitere Mammutaufgabe bevor. Das Beben vernichtete mehr als 130 000 Häuser, weitere 85 000 wurden beschädigt. 2,8 Millionen Menschen sind nach Schätzungen obdachlos.

Das Beben hat nach Angaben der Europäischen Weltraumagentur Esa die Region angehoben und nach Süden verschoben. Berechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge liegt Kathmandu nach dem Beben etwa 1,65 Meter weiter südlich als zuvor. Zudem sei die Stadt um mehr als einen Meter angehoben worden.

Wenig Hoffnung: Die Hoffnungen, weitere Überlebende aus den Trümmern zu retten, schwinden. Am Donnerstag waren noch einmal zwei Überlebende aus den Trümmern gezogen worden.
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