Herbergssuche in Köfering

Ein heimatloser Heimat- und Kulturverein wäre an Absurdität nur schwer zu überbieten. Deshalb wurde in Köfering eine Entscheidung mit reichlicher Tragweite gefällt.

(brü) Sie stand als einer der insgesamt 15 Punkte auf der Tagesordnung der Hauptversammlung (wir berichteten) und wurde im Vorfeld bereist ausgiebig diskutiert. Mit dem in Kürze anstehenden Abriss des ehemaligen Gasthauses Grasser in der Dorfmitte hat der Verein keinen Treffpunkt und Veranstaltungsraum mehr. Deshalb suchten die Verantwortlichen um Vorsitzenden Josef Vogl bereits länger nach einer Lösung.

Der Hauptversammlung wurden nun mehrere Optionen und Planungsansätze unterbreitet. Kein Vereinsheim zu beanspruchen, das ist für Vogel undenkbar und kommt für ihn nicht in Frage, erklärte er unmissverständlich. Eine Alternative könne die Gaststätte Boes sein, wurden auch in diese Richtung Gespräche geführt. Der Eigentümer möchte diese Gaststätte jedoch künftig in Richtung eines öffentlichen Spiellokals entwickeln.

Als weitere Überlegung wurde das alte Sportheim in Betracht gezogen. Aber auch diesen Vorschlag erklärte Vogl bereits im Vorfeld als gescheitert. Doch dieses Anwesen liegt nicht im Ortskern, das ist für Vogel ein wichtiger Punkt, und bei Veranstaltungen sei eine Konkurrenzsituation mit den Betreibern der neuen Sportgaststätte gegeben, die der HKV unter allen Umständen vermeiden möchte.

Auch ein eigener Neubau steht für Vogl nicht mehr zur Diskussion. Ein entsprechendes Grundstück in der Ortsmitte gibt es nicht. Eine Möglichkeit, die aber auch nur den Charakter einer Notlösung haben könnte, wäre die Übernahme des ehemaligen Schweinestalls von Edi Hirsch. Als weiteren Lösungsansatz hat Franz Metschl dem HKV einen Vorschlag unterbreitet.

Er erweitere seine bestehende Scheune um einen Anbau und stelle den als anmietbares Vereinsheim zur Verfügung. Über Vertragsdetails sei noch nicht gesprochen worden. Derweil bestätigte Metschl gegenüber der AZ, dass er diesen Anbau bereits länger beantragt habe und nur noch auf eine Baugenehmigung warte. Diese Option wurde den Mitgliedern von Vogl näher erläutert. Sollte es zu einer Einmietung kommen, könnte das bisher im Gasthaus Grasser untergebrachte Inventar bis zu 90 Prozent erhalten blieben, ist sich Vogl sicher. Ebenso, dass ein betriebswirtschaftlich tragbarer Mietzins ausgehandelt werden könnte. Besonders unter dem Aspekt, hier auch Veranstaltungen anbieten zu können. Einen Gaststättenbetrieb schloss Vogl aber kategorisch aus.

Mit 43 Ja-Stimmen beschloss die Hauptversammlung, diesen Weg zu gehen.
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