Herzspezialist des Weidener Klinikums spricht über Nahtoderfahrungen
Prof. Dr. Robert Schwinger zu Nahtoderfahrungen: "Es gibt nichts, was es nicht gibt"

Er ist Herzspezialist am Weidener Klinikum: Chefarzt Prof. Dr. Robert Schwinger. Weit über 100 Patienten hat er als Mediziner mit Herzstillstand hier wieder aufwachen sehen. "Aber nur ganz wenige haben von einer Nahtoderfahrung berichtet. Das sind Raritäten", sagt Prof. Schwinger.

Doch woher kommt's, dass manche Menschen über ihrem Körper schweben, ein grelles Licht sehen, Gott oder andere verstorbene Verwandte treffen, kurz: eine Nahtoderfahrung machen? Es gibt Studien mit Ratten, die zeigen, dass Sauerstoffmangel wie er bei einem Herzstillstand entsteht, Hyperaktivität im Gehirn auslöst. Eine Art Neuronenfeuerwerk. "Ein Ratten- ist kein Menschengehirn. Das sind alles nur Spekulationen", sagt Prof. Schwinger. Wissenschaftliche Erklärungen gebe es schlicht nicht.

Also gibt es auch Übersinnliches nicht? "Erstens bin ich ein gläubiger Mensch. Und zweitens ist das so: Wenn Sie so viele Jahre wie ich Mediziner sind, wissen Sie, dass es nichts gibt, was es nicht gibt." Die Verbindungen zwischen Organ, Geist und Seele seien etwas ganz besonderes, die Folgen entsprechend vielfältig:
Einer erhalte ein Schlafmittel und werde davon hellwach. Ein anderer bekomme eine Narkose und erzähle danach, wie er die Vorgänge bei seiner Herzoperation erlebt hat. Und ein dritter liegt im Winter lange im Wald. Sein Herz schlägt schwach. Im Klinikum will es gar nicht mehr. Eine Herz-Lungen-Maschine übernimmt. "Zwei Uni-Kliniken haben wir gebeten, den Mann zu übernehmen. Jede hat abgelehnt. Der Fall wäre zu hoffnungslos", erinnert sich Professor Schwinger. "Nach zehn Tagen hat der Mann aufrecht das Weidener Klinikum verlassen." (mte)
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