Hintergrund

Die neue Tarifrunde bei der Post nach mehr als dreiwöchigem Streik findet an diesem Freitag und Samstag in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) statt. Das teilte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit. Dabei erwarte sie Kompromissbereitschaft von der Post, sagte die Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. "Wer eine Einigung will, muss kompromissbereit sein." Kocsis wiederholte, dass die Streiks ungeachtet der Gespräche weitergingen. Am Dienstag hätten dabei mehr als 32 000 Beschäftigte mitgemacht.

Mit dem seit dem 8. Juni dauernden Arbeitskampf will Verdi erreichen, dass die neu gegründeten Regionalgesellschaften für rund 6000 Beschäftigte im Paketdienst mit geringeren Löhnen in den Post-Haustarif eingegliedert werden. Die Post-Führung hatte bisher zu diesem Thema jede Diskussion abgelehnt. Sie sieht sich mit ihren Lohnkosten in der Paketsparte deutlich im Nachteil gegenüber der Konferenz. Zu den Erwartungen an die neue Tarifrunde hielten sich Sprecher beider Seiten sehr zurück.

Erwin Nier, Sprecher der Deutsche Post DHL Group für die Oberpfalz, begrüßte im Gespräch mit unserer Zeitung die Rückkehr der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch. "Allerdings ist die Drohgebärde ärgerlich, den Arbeitskampf fortzusetzen." Er hoffe, dass der Streik doch noch zumindest ausgesetzt werde. Es seien derzeit nicht alle Regionen gleich stark vom Streik betroffen, "außerdem gibt es viele Rückkehrer, die die Arbeit bereits wieder aufnehmen."

Nach und nach könnten sich die Mitarbeiter daran machen, die Zwangseinlagerungen abzuarbeiten, die während des Streiks angefallen waren. (dpa/üd)
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