Hintergrund

Vor zwei Jahren investierte Landwirt Andreas Koller in einen modernen Laufstall. Ein "Kuhplatz" kostete rund 10 000 Euro. Bild: m
Seit Monaten sind die Milchpreise weltweit im Fall. Europas Bauern fordern staatliche Hilfe. Grund für die Krise ist die sinkende globale Nachfrage, es gibt aber auch hausgemachte Probleme. Hier die wichtigsten Gründe:

Russland hat infolge der Ukraine-Krise Einfuhrverbote für europäische Agrarprodukte verhängt - auch für Molkereiprodukte. Damit ist dieser Markt weggebrochen.

In China lahmt wegen der Wirtschaftskrise die Nachfrage. China ist einer der wichtigsten Abnehmer vor allem von Milchpulver aus Europa.

Es gibt ein Überangebot auf dem Markt. Im letzten Wirtschaftsjahr haben die deutschen Milchbauern laut Bundeslandwirtschaftsministerium ihre Produktion um 3,7 Prozent gesteigert - das drückt auf die Preise. Viele sehen die Abschaffung der EU-Milchquote zum 1. April als Grund dafür an. Bauern haben seitdem die Möglichkeit, wieder so viel Milch zu produzieren, wie sie wollen.

Die großen Handelskonzerne liefern sich einen Wettbewerb auf Kosten der Milchindustrie und der Milchbauern. Ein Liter Milch im Supermarkt kostet mittlerweile oft nur noch 55 Cent.

Viele Milchbauern haben hohe Fixkosten und wenig finanzielle Puffer. (dpa)
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