Hintergrund: Ein Friedhof aus der Vorgeschichte

Das original Ebermannsdorfer Grabhügelfeld liegt in den Waldabteilungen "Schnepfenlücke" und "Moosige Lohe" östlich der Gemeinde. Diese hat wichtige Informationen dazu zusammengestellt, um diese künftig auch auf Hinweistafeln bekannt zu machen:

"Der Friedhof nimmt eine Fläche von etwa 400x250 Metern (...) ein. Die zugehörige Siedlung dürfte in unmittelbarer Nähe gelegen haben, auch wenn ihr genauer Standort mangels Funden unbekannt bleibt. Vielleicht lag sie gleich oberhalb des Gräberfeldes auf der Hügelkuppe, die heute von der Autobahn durchschnitten wird." 917 abgeschlossene Aufzeichnungen des Amberger Heimatforschers Anton Dollacker enthalten nach Auskunft der Gemeinde genaue und maßstabsgerechte Lagepläne von insgesamt 21 Grabhügeln, die zum Teil schon damals beschädigt waren.

Heute seien noch 16 Hügelgräber erkennbar - mit zwei Metern Höhe und einem Durchmessern von bis zu 20 Metern: "Fast alle zeigen deutliche Spuren von Beraubungen: alte Grabungstrichter aus dem 19. Jahrhundert ebenso wie ganz aktuelle Raublöcher von Sondengängern." In bestimmten vorgeschichtlichen Perioden, vor allem in der mittleren und späten Bronzezeit (1600 bis1200 v. Chr.), der Hallstattzeit (800/700 bis 500 v. Chr.) und der frühen Latènezeit (500 bis 400 v. Chr.), sei es Sitte gewesen, über Gräbern runde Hügel von oft beträchtlicher Größe aufzuschütten. Diese sind zum Teil heute noch im Gelände sichtbar und nach Auskunft der Gemeinde als Bodendenkmäler auch gesetzlich geschützt. (eik)
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