Hinweise auf verschleppte Studenten

Auf der Suche nach Dutzenden verschleppten Studenten im Südwesten von Mexiko haben Gerichtsmediziner ein Gelände in der Nähe einer Müllkippe durchsucht. Nach Hinweisen mutmaßlicher Bandenmitglieder wurden bei der Ortschaft Cocula im Bundesstaat Guerrero Leichenteile entdeckt, hieß es aus Ermittlerkreisen. Es gebe Zeugenaussagen, dass die jungen Leute an diese Stelle gebracht worden seien, sagte der Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am Dienstag.

Die 43 Studenten waren vor einem Monat nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Stadt Iguala verschleppt worden. Bislang ist ihr Schicksal völlig unklar. Derzeit sind 10 000 Bundespolizisten in Guerrero im Einsatz. Der Fall Iguala hatte die engen Kontakte der örtlichen Polizeieinheiten mit Gruppen des organisierten Verbrechens offengelegt. Alle Polizeibeamten des Bundesstaats sollen nun überprüft werden.

Unterdessen kündigte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong einen Sicherheitsplan für die Unruheregion an. Der Bundesstaat ist die gefährlichste Region Mexikos. In 17 Orten der Tierra Caliente im Norden von Guerrero würden Regionalkommandos der Sicherheitskräfte eingerichtet, sagte er nach einer Sitzung des Kabinetts. Die US-Regierung zeigte sich besorgt. "Die Berichte über die Lage sind offensichtlich sehr beunruhigend", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest.
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