Hochzeitsreise nach sechs Jahren

Theresia (mit Blumen) und Alfons (rechts daneben) Reil feierten Eiserne Hochzeit. Neben den Enkeltöchtern gratulierten Johann Pausch. Sohn Martin, Schwiegertochter Alexandra, Josef Winter, Bürgermeister Anton Kappl, Reinhard Bruckner, Michael Schwabl, Peter Schwabl und Geistlicher Rat Alfons Forster (hinten, von links). Bild: sl

Sich lieben, achten und ehren, und das seit 65 Jahren: Das ist nicht alltäglich Theresia und Alfons Reil aus Wieselrieth gehen immer noch sehr achtsam und besonders nett miteinander um. Wenn beide von früher erzählen, merkt man das sofort.

Am Tag vor seinem 28. Geburtstag, am 6. Mai 1950, hatte Alfons Reil seine Resi Schwabl aus Unternankau zum Traualtar geführt. Vor Pfarrer Josef Weger gaben sie sich in der Pfarrkirche in Leuchtenberg das Ja-Wort. Bürgermeister Georg Marx hatte sie standesamtlich getraut. Im geschneiderten Brautkleid, dass die Schwester der Braut angefertigt hatte, fand die Feier im Hause "Veit" statt.

Möbel im Stodl gelagert

Während Ernst Lindner das Brautauto fuhr, kochte dessen Frau Lina das Hochzeitsmahl. Den Brauttanz eröffnete der Schwiegervater mit der Braut, erinnert sich Theresia Reil. Zwei Tage zuvor kam der Kammerwagen von Unternankau nach Wieselrieth und es wurde alles aufgestellt, aber zur Hochzeitsfeier mussten die Möbel vorübergehend im Stodl gelagert werden. Am Tag nach er Hochzeit hieß es dann schon: "An die Arbeit", da Hochzeiten einst immer unter der Woche stattfanden. Nach sechs Jahren führte die Hochzeitsreise zwei Tage in Richtung Wendelstein. Vier Kindern komplettierten die Familie. Mittlerweile gehören Schwiegerkinder, sechs Enkel und sieben Urenkel dazu.

Während Theresia Reil vor der Heirat ihren Lohn durch ihre kaufmännische Ausbildung in Marktredwitz verdiente, musste Alfons Reil mit 19 Jahren in den Krieg ziehen. Er war vier Jahre in Russland und wurde drei Mal verwundet.

Neben der Landwirtschaft übte er 16 Jahre das Ehrenamt als Bürgermeister der damaligen Gemeinde Lerau bis zur Gebietsreform 1972 aus. So gehörten zu seinen Schwerpunkten der Bau der Wasserleitung, die Flurbereinigung, das 90. Gründungsfest der Feuerwehr Lerau mit der Anschaffung der neuen Fahne. Aber: "Ein Bürgermeister kann nicht überall Ja sagen", meint der Jubilar. Er feierte am Festtag der Eisernen Hochzeit auch 93. Geburtstag im Gasthaus von Bürgermeister Anton Kappl.

Der stellte dies als ganz besondere Ehre heraus, dass er als sein indirekter Nachfolger heute zum Geburtstag und zum Ehejubiläum gratulieren darf. "Was er einst aufgebaut hat, darf ich weiterführen," sagte das Gemeindeoberhaupt. Er überreichte dem Jubelpaar im Namen der Gemeinde das Landkreisbuch mit Blumen und Urkunde sowie zum Geburtstag Lourdeswasser mit dem Leuchtenberger Sekt.

Zugleich verlas der das Glückwunschschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck. "Es ist ein Glück, das nur wenigen zuteil wird, so lange zusammenzuleben und alles zu teilen", heißt es unter anderem darin. Außerdem überreichte Kappl im Namen von Ministerpräsident Horst Seehofer die Silbermedaille Patrona Bavaria mit der Urkunde und den Glückwunschschreiben.

Viele Gratulanten

Für die Pfarrei Leuchtenberg überbrachte Geistlicher Rat Alfons Forster mit einem Kreuz die Segenswünsche. Bei der Feuerwehr Lerau ist Reil seit über 70 Jahren, war Schirm- und Ehrenschirmherr und dafür dankte zweiter Vorsitzender Peter Schwabl. Seit 1956 ist der Jubilar beim Männergesangverein "Liederkranz" aktiv, sagte Ehrenvorsitzender Josef Winter bei der Gratulation.

Für den Brieftaubenverein "Bergbote" überbrachte Vorsitzender Johann Pausch die Glückwünsche. Seit 1954 ist Reil Mitglied. Seit fast 60 Jahren gehört er dem OWV an, stellte Vorsitzender Michael Schwabl heraus. Für den Krieger-und Soldatenverein gratulierte Vorsitzender Reinhard Bruckner dem Mitglied, der seit 1953 hier aktiv ist.
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