Holzscheite zu spitz

Mit Pauken und Trompeten marschierte die Schützengesellschaft Meerbodenreuth in der Kreisstadt auf. Da konnten die Neustädter Eichenlaub-Schützen die Bitte, die Patenschaft für das große Fest am kommenden Wochenende zu übernehmen, nicht ablehnen.

Neustadt/WN. (arw) Das letzte Patenbitten in der Kreisstadt ist schon einige Jahre her. Bei herrlichen Wetter war am Freitagabend der Platz auf dem Parkdeck bestens dafür geeignet. Zu Marschmusik der Reuther Blaskapelle unter der Leitung von Peter Dotzauer rückte eine fast 70 Mann starke Abordnung des Jubiläumsvereins mit Fahne und Schirmherren, Schützenmeisteramt mit vollbeladenem Bollerwagen sowie drei Fässern Bier auf einem Handwagen an.

Wunde Knie

Der Neustädter Schützenmeister Norbert Schwarz begrüßte das Patenkind. Bürgermeister Rupert Troppmann faste sich kurz und wünschte einen gemeinsamen Erfolg der Patenschaft. "Seit Jahren verbinden uns gemeinsame sportliche Schießwettkämpfe", ergänzte Schwarz. Etwas verdutzt schauten die Gäste schon, als zwei richtig scharfkantige Holzscheite gebracht wurden. Doch sie waren schnell ausgetauscht. Kniend und in Versform baten Schützenmeister Christian Reichl, Festbraut Kerstin Rado, zweiter Schützenmeister Michael Wolfram und Festleiter Max Roth die Kollegen aus der Kreisstadt, sie mögen zum 50. Geburtstag als Pate zur Seite stehen. "Durchs Scheitel-Knien sind die Knie schon wund, drum lasst uns anstoßen auf den Bund."

Die Neustädter erhörten die Bitte, doch es ging weiter in der Pflicht. Als nächstes hatten die vier Bittsteller immer noch kniend weitere Aufgaben zu erfüllen. Unter Trommelwirbel mussten die in einer Holzlatte eingelassenen Weizengläser gleichmäßig austrinken. "Das Bier war etwas zu warm", klagte hinterher die Fahnenbraut. Schließlich folgten noch das Schießen mit dem Lasergewehr und der elektrische Draht. Dabei durften nicht mehr als 100 Strafpunkte erreicht werden.

Alle Prüfungen bestanden

Erleichtert verkündetete Schwarz die ersehnte Nachricht: "Ihr habt alle Prüfungen bestanden." Es gab von beiden Seiten Applaus. Im Nu wurde das Bierfass angezapft. Anschließend marschierten die Schützenvereine mit Ehrengästen die 1300 Meter zum Schützenheim, wo bis zum Gewitter ausgiebig gefeiert wurde.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8668)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.