Hunderte Flüchtlinge in Bayern leben in Zelten - 250 Plätze als "Notlösung" in Regensburg
Trotz Minusgraden

Feldbetten in einem Zelt für Flüchtlinge auf dem Gelände der Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE) in Zirndorf. (Archivbild: dpa)
München/Regensburg. (epd) Auch bei den aktuellen Minustemperaturen in der Nacht müssen in mehreren bayerischen Regierungsbezirken noch Flüchtlinge in Zelten leben. Ende August hatte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) zwar noch erklärt, dass die Zelte nur eine «vorübergehende Notmaßnahme», «keine Dauerlösung» und im Winter «keine Option» seien - doch die Realität sieht derzeit anders aus.

Nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) sind vor allem in Mittelfranken im Moment beheizte Zelte im Dauereinsatz, behelfsmäßig aber auch an anderen Orten. Die Sprecherin der Regierung von Mittelfranken, Ruth Kronau-Neef, sagte am Dienstag, in der Außenstelle Roth der Zentralen Erstaufnahme Zirndorf gebe es aktuell «drei winterfest ertüchtigte Zelte» für insgesamt 300 Personen. Diese verfügten über gedämmte Fußböden und Wände sowie eine Warmluftheizung.

Alle drei Zelte seien derzeit voll belegt, erläuterte die Sprecherin. Darüber hinaus gebe es in der Erstaufnahme in Zirndorf ein weiteres beheiztes Zelt als Aufenthalts- und Warteraum. Dort gebe es in einem abgetrennten Bereich weitere 70 Notfall-Betten.

Die Regierung von Schwaben betreibt nach eigener Auskunft auf dem Gelände der Augsburger Straßenmeisterei ein «befristet angemietetes Zelt». Dort fänden nach dem Gesundheitsscreening bis zu 200 Personen Platz, ehe sie «kurzfristig weiterverlegt» würden. Das Zelt habe einen festen Boden, sei mit einer Heizung ausgestattet «und nach Angaben des Vermieters wetterfest», hieß es.

In der Oberpfalz gibt es momentan ein beheiztes Zelt mit 250 Betten in der Übergangs-Erstaufnahme in Regensburg. Es werde aber «nur sehr selten
als Notlösung genutzt».

In Unterfranken, Oberfranken, Oberbayern und Niederbayern gibt es offenbar keine Zelte in den Erstaufnahmezentren, Notunterkünften und Gemeinschaftsunterkünften, die von den jeweiligen Bezirksregierungen betrieben werden. In Niederbayern haben allerdings die Landkreise und kreisfreien Städte zur Unterstützung der Bundespolizei an der Grenze zu Österreich sogenannte Warteräume zur Verfügung gestellt - dies seien teilweise «auch nicht winterfeste Zelte». Zudem gebe es ein Zeltlager des Bundesinnenministeriums in Feldkirchen (Kreis Straubing-Bogen).
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