Hunderte wollen sich zu Fuß nach Österreich oder Deutschland durchschlagen
Flüchtlingstreck auf der Autobahn

Hunderte Flüchtlinge haben sich in Ungarn zu Fuß auf den Weg gemacht, um ihre Reise nach Westeuropa fortzusetzen. Mit Händen und Füßen wehren sie sich gegen eine Registrierung in Ungarn, weil sie befürchteten, in diesem Fall in dem Land festgehalten zu werden, das wegen seiner Flüchtlingspolitik international am Pranger steht. Viele Migranten wollen sich weiter nach Deutschland durchschlagen.

Allein am Ostbahnhof von Budapest brachen am Freitag mehrere hundert Menschen auf, um über Ungarns Autobahn 1 nach Österreich zu marschieren. Bis zur Landesgrenze sind es etwa 170 Kilometer. Sicherheitskräfte hatten zuvor mehrere Züge Richtung Westgrenze gestoppt.

Etwa 300 Menschen flohen aus dem Erstregistrierungslager Röszke an der ungarisch-serbischen Grenze. Die Flüchtlinge waren unzufrieden mit den langen Wartezeiten in der eingezäunten Einrichtung. Viele liefen auf die Autobahn, die nach Budapest führt. Einige Dutzend von ihnen habe die Polizei wieder gefasst und in das Lager zurückgebracht, hieß es.

Illegaler Grenzübertritt gilt in Ungarn vom 15. September an nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Das beschloss das Parlament am Freitag im Eilverfahren auf Initiative des rechtskonservativen Innenministers Sándor Pintér. Schlepper sollen mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft werden.

Ministerpräsident Viktor Orbán sprach sich erneut gegen die Einwanderung von Muslimen aus. Eines Tages würden die Europäer entdecken, dass sie auf dem eigenen Kontinent in der Minderheit seien, sagte der Regierungschef im Staatsrundfunk. Wie die Polizei in Budapest mitteilte, kamen innerhalb von 24 Stunden mehr als 3000 neue Flüchtlinge in Ungarn an. (Seite 2 und 4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.