Ihr Leben - ein Zirkus

Statt um angeblich unstandesgemäße Liebesaffären kümmert sie sich jetzt um ihre Kinder und Wohltätigkeit: Mit 50 ist Ruhe in das Leben von Stéphanie von Monaco, der früheren Popsängerin, eingekehrt.

Sie war Model, Popstar, Designerin und mit Palast-Angestellten und Zirkus-Künstlern liiert: Jahrzehnte beschäftigte Stéphanie von Monaco die Presse. Heute ist die Prinzessin Präsidentin des Zirkusfestivals von Monte-Carlo und Schirmherrin der Aids-Hilfe-Vereinigung Fight Aids Monaco. Jeder durchschreite Phasen, sagt die Prinzessin, die am Sonntag 50 Jahre alt wird, der dpa. Ohne diese Erfahrungen wäre sie nicht die, die sie heute sei.

Ihr eigenes Leben

Stéphanie wohnt im Palast der Grimaldis. Bereits vor Jahren ist sie in das Stadtviertel Fontvieille gezogen, in eines der mehrstöckigen, neoklassizistischen Gebäude. Als sie mit Franco Knie liiert war, dem Chef des gleichnamigen Zirkus', lebte sie in Rapperswil (Schweiz) zeitweise in einem Wohnwagen. Sie hat schon immer ihr eigenes Leben gelebt.

Ihre erste Platte Mitte der 80er Jahre mit dem Titel "Ouragan" (englisch: "Irresistible") schaffte es in die Hitparaden. Doch als neuer Stern am Musikhimmel strahlte die Pop-Prinzessin nur kurze Zeit. Ein zweites Album "Stéphanie" erwies sich 1991 als Flop. Standesgrenzen überschritt Stéphanie auch mit ihren Beziehungen. Statt andere Adlige und reiche Männer zu lieben, schenkte sie ihr Herz Leibwächtern oder Zirkuskünstlern. Von Daniel Ducruet, den sie 1995 nach der Geburt ihrer beiden Kinder Louis (22) und Pauline (20) heiratete, ließ sie sich nur ein Jahr später scheiden. Sie verzieh ihm seinen Flirt mit einer Stripperin nicht. Aus der Beziehung zu Bodyguard Jean-Raymond Gottlieb ging Tochter Camille (16) hervor. Doch auch dieses Verhältnis ging in die Brüche. Ebenso die Ehe mit dem fast zehn Jahre jüngeren Zirkuskünstler Adans Lopez Peres.

Ruhe eingekehrt

Die Monegassen hatten zu Stéphanie schon immer ein besonderes Verhältnis. Vielleicht gerade, weil sie keine typische Prinzessin ist. "Sie geht in unserem Viertel einkaufen, trägt Jeans und Turnschuhe. Sie ist eine ganz normale Frau", sagt eine Bewohnerin Fontvieilles. Mitgefühl war Stéphanie auch sicher, weil sie beim für ihre Mutter Gracia Patricia (alias Grace Kelly) tödlichen Autounfall dabei war.

Heute scheint Ruhe in ihr Leben eingekehrt zu sein. Ihre drei Kinder gehen ihr über alles. Sie habe keine negativen Gefühle für deren Väter und bedaure nichts, betont die Prinzessin. Denn diese Männer haben ihr mit den Kindern das schönste aller Geschenke gemacht, wie sie in einem Interview der französischen "Gala" sagte. An Stéphanies Seite wurde schon lange kein Mann mehr gesehen. Zumindest nicht offiziell. Meistens sieht man sie mit ihren beiden Töchtern, vor allem mit Pauline, der sie ihre Leidenschaft für den Zirkus vererbt hat. Die junge Frau studiert seit einigen Monaten in Paris Mode-Design - Stéphanie arbeitete einst als Assistentin bei Dior.

Die Prinzessin wirkt bei ihren Auftritten glücklich. "Glück ist etwas sehr Persönliches, etwas, das nur einen Moment, wenige Sekunden dauert", erklärt sie. Sie empfinde ein Gefühl der Zufriedenheit, wenn sie andere glücklich machen könne.
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