Ikone der Volksmusik tot

Karl Moiks Verbindung mit "seinem" Musikantenstadl war innig. Bild: dpa

Karl Moik gehörte zu den ganz Großen unter den TV-Entertainern. Auch wenn er mit seinem "Musikantenstadl" nicht jedermanns Freund wurde: Der Salzburger liebte sein Handwerk. Jetzt ist er gestorben.

"Servas, pfiat Gott und auf Wiedersehen": So verabschiedete sich Karl Moik Silvester 2005 von seinem Publikum nach dem letzten "Musikantenstadl". Am frühen Donnerstag ist der Entertainer 76-jährig an den Spätfolgen eines Herzinfarkts im Landeskrankenhaus Salzburg gestorben, sagte sein Sprecher Walter Kahl. Moik hinterlässt Frau Edith, mit der er mehr als 50 Jahre verheiratet war und zwei Kinder.

Moik schuf Anfang der 80er Jahre mit seinem "Stadl" ein Stück Erfolgsfernsehen. Auch zehn Jahre nach seinem unfreiwilligen Abgang ist die Sendung im deutschsprachigen Fernsehen weiter präsent. In welcher Form sie künftig weitergeht, wird gegenwärtig verhandelt. Der Österreichische Rundfunk (ORF) wird am Samstag zu Ehren seines Altstars im "Musikantenstadl" live aus Oberwart das Leben und Wirken Moiks würdigen. Moderieren wird zum vorletzten Mal Moiks Nachfolger Andy Borg. Er wird noch in diesem Jahr ersetzt.

Moik war nach dem Herzinfarkt am Rosenmontag 2014 über längere Zeit im Rehabilitationszentrum Großgmain bei Salzburg in Behandlung gewesen. Angehörige hatten sich in den vergangenen Monaten dennoch optimistisch über seinen Gesundheitszustand geäußert. Der Fernseh- und Volksmusikstar moderierte von 1981 bis 2005 den "Musikantenstadl". Dann wollten ARD und ORF einen jüngeren Nachfolger und fanden ihn mit dem heute 54-jährigen Borg. Noch Jahre später kritisierte Moik die Sender wegen ihres "Jugendwahns". Mit seinem Gründer feierte der "Stadl" allerdings auch die größten Erfolge. Unter anderem trat er in China auf - Hunderte Millionen Zuschauer im chinesischen Staatsfernsehen schalteten ein. Kurz vor seinem Abschied begannen die Quoten jedoch zu sinken.

Manchmal eckte der kernige Moderator mit seinen Sprüchen auch an. Die Italiener bezeichnete er mal als "Spaghettifresser", wofür er sich dann aber entschuldigte. Moik lieferte auch Steilvorlagen für Kollegen der Comedybranche. Stefan Raab komponierte auf ihn das Lied: "Der Karl, der Karl, der Moik Moik Moik, der kifft das stärkste Zeug Zeug Zeug."

Sogar Ehrenprofessor

Für seine Verdienste um die Kultur wurde Moik im Jahre 2003 mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen seiner Heimatstadt Linz ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen waren im August 2004 der Ehren-Professorentitel, 2004 und 2007 wurde ihm die "Krone der Volksmusik" verliehen.

"Die Nachricht vom Tod Karl Moiks macht mich und mit mir Millionen Stadl-Freunde sehr betroffen", sagte Nachfolger Borg. "Karl Moik war für mich nicht nur ein guter Freund, er war für mich ein großes Vorbild, in dessen Fußstapfen mir vergönnt war zu treten. Er hat sich wie kein anderer in den letzten Jahrzehnten für die Volksmusik und den Schlager in Radio und Fernsehen, vor allem auch für den Nachwuchs, eingesetzt." Er verneige sich vor "Karl, dem ganz Großen".
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