Im Herbst öffnet Einkaufszentrum mit Kino und Hotel - 100-Millionen-Euro-Projekt
"Neuer Markt" in Neumarkt

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Deutschland und die Welt
28.02.2015
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15 Jahre lang ärgerten sich die Neumarkter über eine ausgedehnte Brache direkt vor dem Nordtor der Altstadt. Doch seit am 3. März letzten Jahres der erste Spatenstich getan war, wuchs dort mit atemberaubender Geschwindigkeit das Einkaufszentrum, der "Neue Markt", empor. Am Freitag war Richtfest, am 17. September soll Eröffnung sein.

Bauherr und Investor ist die ortsansässige Baufirma Max Bögl. Das Familienunternehmen steckt rund 100 Millionen Euro in das Projekt. Die Stadt sorgt mit mehr als 20 Millionen Euro für die Infrastruktur. Hauptaugenmerk wird auf die Anbindung zur Innenstadt gelegt. Eine breite Passage wird unter der vierspurigen Dammstraße hindurch zum Einkaufszentrum führen. Diese Achse verbindet die Marktstraße geradewegs mit dem Landesgartenschau-Park.

Von den mehr als 13 000 Quadratmetern Verkaufsfläche in dem im Schnitt 18 Meter hohen Gebäude wurden 70 Prozent vermietet. Über der Tiefgarage mit 550 Stellplätzen ragen vier Geschosse auf. Bedeutende Ankermieter sind Rewe, das Modehaus Wöhrl und der Media-Markt. Das Konzept von Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie wird ergänzt von Arztpraxen und Büros für Dienstleister. Thomas Filmtheater aus Bayreuth (das Unternehmen baut derzeit auch in Amberg) wird ein Multiplex-Kino mit sieben Sälen und 850 Sitzplätzen betreiben. 100 Zimmer hat das Vier-Sterne-Hotel "Park Inn by Radisson", das im Januar 2016 eröffnen soll.

Der "Neue Markt" war eine schwere Geburt. In den 90er Jahren erwarb die Stadt Neumarkt das gesamte Gelände und ließ es abräumen. Ein Fachmarkt sollte dort nach Erbpachtrecht entstehen und so den Unterhalt einer Stadthalle unweit tragen. Die Stadthalle ist friedlich entschlafen, der Fachmarkt wurde 2001 mit einem Bürgerentscheid beerdigt.

Im Jahr 2006 gelang es der Stadt, aus dem Vertrag mit dem Bayreuther Investor Harry Krause auszusteigen. 2009 wurde das 30 000 Quadratmeter große Gelände an die Firma Bögl verkauft. Zwei Jahre später ging das Unternehmen mit einem Modell auf die Bevölkerung zu. Ein Bürgerentscheid dazu fiel mit knapp 90 Prozent Zustimmung klar aus. Danach aber zog das Unternehmen die Projektplanung an sich und modifizierte spürbar die Dachlandschaft und die Fassadengestaltung.

Bei den Geschäftsleuten der Neumarkter Altstadt ging die Furcht vor der neuen Konkurrenz um. Der Beschluss des Stadtrats, die Hauptgeschäftsstraßen der Innenstadt für viele Millionen aufzumöbeln und die Hoffnung, der "Neue Markt" würde viele Kunden anziehen, die jetzt in Regensburg und Nürnberg einkaufen, trugen zur Beruhigung der Gemüter bei.
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