Im September startet der Betrieb
Erstes Windrad im Landkreis

In der Nähe von Deindorf (Marktgemeinde Wernberg-Köblitz) wird sich noch heuer das erste Windrad auf Landkreisgebiet drehen. Nach den Fundamentierungsarbeiten (Bild) werden Mitte April die Turmteile angeliefert. Bild: Völkl
Schwandorf. (cv) Das erste Windrad im Landkreis dreht sich ab September bei Deindorf. Als Voltgrün die Weichen stellte, war "10 H" noch kein Begriff. Diese Abstandsregelung ist ein Bremsklotz für künftige Pläne - falls sie dem Gegenwind dauerhaft trotzen kann.

Auf der Anhöhe bei Deindorf (Wernberg-Köblitz), kurz vor der Grenze zum Landkreis Neustadt, ist der große Bögl-Kran zu sehen. Östlich von Deindorf, nördlich der A 6, baut die Voltgrün GmbH am Fundament. Einige Tage später ist das Projekt südlich der Autobahn, im Wald gelegen, an der Reihe. Laut Toni Frank, Geschäftsführer der Regensburger Voltgrün, wurde bereits im Dezember 2013 Antrag gestellt. Im August letzten Jahres lag die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamtes vor. Für Frank zum Glück noch vor "10 H", das Mitte November 2014 in Kraft trat. Die Anlagen in Deindorf werden noch nach den vom Regionalen Planungsverband vorgegebenen Abständen und auf den von ihm festgelegten Vorrangflächen gebaut. Der Abstand zur Wohnbebauung liegt jedoch auch hier "deutlich über 800 Meter", so Frank. Die Flächen wurden angepachtet. Ende 2014 lief der Wegebau, dann kofferte man die Baugruben aus. Nun wird sukzessive fundamentiert und montiert. Die Turmteile kommen Mitte April: 80 Meter Stahlbeton und 60 Meter Stahlrohr. Insgesamt ist der Turm 140 Meter hoch. Im August kommt das Maschinenhaus, werden die Rotorblätter montiert.

3700 Einfamilienhäuser

Laut Frank werden die beiden Anlagen des Typs Nordex N 117 mit je 2,4 Megawatt Leistung im September in Betrieb genommen. Mit 6,0 bis 6,2 Meter pro Sekunde Windausbeute in Nabenhöhe ist Deindorf "einer der besseren bayerischen Standorte". Jährlich werden 13 Millionen Kilowattstunden erzeugt. "Das ist der Bedarf von 3700 Einfamilienhäusern", betont der Geschäftsführer. "Gleichzeitig tragen wir zu einer jährlichen CO2-Einsparung von 7000 Tonnen bei." Die Kosten beziffert er auf zehn Millionen Euro. Wenige Tage später ist die Bürgerwindanlage in Penting an der Reihe. Der Kran wandert von den Deindorf-Standorten gen Neunburg. Werden die Deindorfer Anlagen von der Rewag Regensburg betrieben, so hat sich in Penting eine Bürgerwindanlage herauskristallisiert.

Für die fünf Deglmann-Anlagen bei Pamsendorf ist die Fläche gerodet. Gegen das Regensburger VG-Urteil, das den Sofortvollzug bestätigte, wurde vom Jagdverband, der Gemeinde Gleiritsch und einem Privatmann Beschwerde beim VGH München eingelegt. Das Ergebnis wird im April erwartet. Die Entscheidung im Hauptsacheverfahren wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Auf dem Gelände läuft heuer der Wegebau an. Für die Montage ist laut Dr. Christian Deglmann Frühjahr 2016 vorgesehen.

Voltgrün engagiert sich noch bei den Plänen für eine Anlage bei Pischdorf-Rottendorf. Doch hier handelt es sich um ein laufendes Verfahren, für das erst über Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahren eine Zustimmung zu einer Abstandfläche unterhalb der 10-H-Regelung herbeigeführt werden muss.

Nördlich des A 6-Rastplatzes "Wittschauer Höhe" bei Deindorf wollte das Unternehmen Bögl-Wiesner noch ein Rad zum Drehen bringen. Die Planungen kollidierten zeitlich mit "10 H". Auch hier ist eine Klage beim Verwaltungsgericht anhängig. Entschieden wird noch über die geplante Anlage bei Niesaß (Oberviechtach). Gegen sie sprechen Rotoren, die das Wetterradar stören. "Ostwind" klagt dagegen beim VGH. Die Windräder, die bei Neukirchen (Schwandorf) im Gespräch waren, sind seit der aktuell im Stadtrat gefallenen Entscheidung passé.

Im Landkreis Schwandorf gibt es keine Flächen, auf welchen sich "10 H" einhalten ließe. Folglich bleibt es wohl bei einigen, wenigen Rädern - außer "10 H" würde aufgehoben.
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