Im Südflügel der Markgraf-Diepold-Grundschule ist ein Kinderhort für bis zu 50 Mädchen und ...
Bestens betreut

Waldsassen. (pz) "Echtholz-Parkett, das hat nicht jeder", sagt Bürgermeister Bernd Sommer beim Blick auf den noblen Bodenbelag der ehemaligen Klassenzimmer. Und Emil Slany von der Fachbehörde am Landratsamt Tirschenreuth preist den neuen Kinderhort während des Rundgangs zur Abnahme als "einen der schönsten im Landkreis." Im Südflügel der Markgraf-Diepold-Grundschule ist eine Betreuungseinrichtung für bis zu 50 Kinder entstanden.

Langsam eingewöhnen

Hubert Siller, Stadtbaumeister im Waldsassener Rathaus, zeichnet für die Entwurfs- und Ausführungsplanung verantwortlich; Architekt Markus Braun hatte die Ausschreibung erledigt und die Arbeiten überwacht. Von Juli bis September ist der Umbau realisiert worden. Pünktlich vor einer Woche startete der Betrieb. Inzwischen haben sich die Kinder schon ein bisschen eingelebt in ihrer neuen Umgebung. "Es wird schon besser", sagt Brigitte Nickl. Die Leiterin des Kinderhauses Tausendfüßler lässt dabei die üblichen Anlaufschwierigkeiten durchblicken, die aber in einem solchen Fall ganz normal sind. Denn nicht alle benötigten Sachen sind schon an Ort und Stelle. Und zum Fototermin sind auch die Wände noch etwas kahl. Sie sollen künftig mit Wand-Tatoos aufgewertet werden. Das Kinderhaus ist im Gebäude neben der Markgraf-Diepold-Grundschule untergebracht; der Hort ist organisatorisch dem Kinderhaus angegliedert. Es verfügt über einen eigenen Zugang. Doch wenn Kinder gleich von der Schule in den Hort möchten, dann ist das auch innerhalb des Gebäudes möglich.

Großzügig konzipiert

"Das war der einzige größere bauliche Eingriff", sagt Hubert Siller über die Wand, die bei den Umbauarbeiten aus dem Gebäude entfernt worden ist. Dadurch ist ein großzügiges Foyer entstanden. Dort ist jetzt die Garderobe. Bei der Maßnahme waren auch brandschutztechnische Vorgaben zu erfüllen: Deshalb ist der Eingangsbereich zum Flur mittels Rauchschutztüren und einem Rauchschutz-Glaselement abgetrennt.

Das Raumprogramm des Kinderhorts in dem bestehenden Gebäude ist außergewöhnlich - viel großzügiger, als dies bei einem Neubau der Fall wäre: Auf einer Fläche von rund 325 Quadratmetern - plus die Neben- und Verkehrsflächen - sind im Erdgeschoss neben dem Eingangsbereich zwei Hausaufgabenräume, zwei Gruppenräume, zwei Intensivräume und eine Küche entstanden.

Dort können die Kinder mittags essen; die Verpflegung wird in den Behindertenwerkstätten St. Elisabeth zubereitet und von dort geliefert. Sehr gut und abwechslungsreich wäre der Mittagstisch, so das Urteil von Brigitte Nickl nach der ersten Woche.

Außerdem gehören zum Raumprogramm Büro, Küche, ein Werkraum, Mädchen-WC, Knaben-WC, Personal-WC und ein Behinderten-WC. Zusammen mit dem barrierefreien Zugang über eine Rampe wären auch die Vorgaben für die Inklusion erfüllt.

Bei Vollbelegung kann der Kinderhort bis zu 50 Kinder aufnehmen; zurzeit sind 20 Mädchen und Buben in dem neuen Kinderhort untergebracht. Fünf weitere Kinder kommen stundenweise zur Hausaufgabenbetreuung. Brigitte Nickl leitet die Einrichtung, daneben ist ein Erzieher, eine Kinderpflegerin, eine Mitarbeiterin zur Hausaufgabenbetreuung sowie eine Praktikantin im Kinderhort beschäftigt.

Die Kosten für die Umbauarbeiten werden von der Stadt auf bis zu 370 000 Euro beziffert; das Projekt ist über die Regierung der Oberpfalz gefördert worden.
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