Im Zug zum Castel Gandolfo

Die Zugfahrt startet am Bahnhof in der Vatikanstadt mit Ziel Castel Gandolfo und seinen Sehenswürdigkeiten wie dem bisher geschlossenen Apostolischen Palast. Bild: dpa

Früher fuhr der Papst jeden Sommer nach Castel Gandolfo, aber Franziskus will dort nicht mehr hin. Stattdessen können Teile des Palastes erstmals besichtigt werden. Und es gibt eine Zugverbindung

Der Apostolische Palast in der päpstlichen Sommerresidenz wird erstmals für Besucher geöffnet. Von Samstag an können der Innenhof, einige Räume und die Aussichtsterrasse besichtigt werden. Es geht auch ein Zug in den rund 30 Kilometer südöstlich von Rom gelegenen Ort. Er fahre direkt am alten Vatikanischen Bahnhof im Inneren des Kirchenstaates ab, teilten die Vatikanischen Museen und die Italienische Eisenbahn am Freitag mit.

Papst Franziskus hatte entschieden, die Sommermonate nicht mehr wie seine Vorgänger dort zu verbringen und den Palast der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schon seit März 2014 sind dort die Gärten für Besucher geöffnet. Im Innenhof des Palastes ist nun die BMW-Limousine von Papst Johannes Paul II. zu sehen.

Im ersten Stock gibt es eine Galerie mit Porträts aller Päpste seit dem 16. Jahrhundert zu sehen. Von der Terrasse bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf den vulkanischen Albano-See. Der Palast, beziehungsweise die jetzt zugänglichen Teile, sind künftig von Montag bis Samstag geöffnet, der Zug zwischen Rom und Castel Gandolfo fährt nur samstags. Ein Komplettpaket mit Zugfahrt und Zugang zum Palast, Gärten und Vatikanischen Museen kostet 40 Euro. Am Freitag fuhr ein Sonderzug voraus, gezogen von einer Dampflok aus dem Jahr 1915.

An Bord war auch der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci. "Die päpstlichen Villen, über Jahrhunderte der unzugängliche Sommerwohnsitz der Päpste sind für das Publikum geöffnet, das dort im Zug ankommt, dem volkstümlichsten und demokratischsten aller Verkehrsmittel", sagte er. Dies sei ein Fakt, der die neue Politik von Papst Franziskus verdeutliche. "Wenn das kein Zeichen der Zeiten ist!"
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