"Immer heiter, Gott hilft weiter"

Auch mit 55 ist Fürstin Gloria modisch immer noch ein Trendsetter. "Die Brille ist das neue Dekollete." Bild: dpa

Sehr persönliche, ja intime Einblicke gewährt Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in einem Interview. Sie räumt ein, dass sie sich manchmal einsam fühlt.

Berlin/Regensburg. (KNA) Gloria von Thurn und Taxis (55), Schlossherrin aus Regensburg, treibt nach eigenen Worten um ihre Garderobe und ihren Look keinen so großen Aufwand mehr wie in früheren Zeiten. Ein Auslöser dafür sei der Tod ihres Gatten Johannes gewesen, sagte Gloria der "Welt am Sonntag". "Als ich meinen Mann vor 25 Jahren verlor, verlor ich auch den einzigen Menschen, für den ich mich aufbrezeln sollte - und wollte." Mit zunehmendem Alter verlören Äußerlichkeiten ihren Reiz.

Mit 55 finde sie "die Kunst des Dranbleibens" wichtig. Es gehe darum, "die Neugier nicht zu verlieren, auch wenn man schon sehr viel erlebt hat". Für beklagenswert hält die Fürstin einen durch Computer und Internet geförderten Hang zur Kurzlebigkeit. Immer weniger Menschen sammelten beispielsweise Bücher. Auf die Frage, ob sie manchmal auch einsam sei, antwortete Gloria: "Wer ist das nicht?" Aber sie lasse sich deswegen das Leben nicht verdrießen: "Immer heiter, Gott hilft weiter." Gloria von Thurn und Taxis geht nach eigenen Worten "ungefähr jeden Monat einmal" zur Beichte. Eigentlich beichte sie immer das Gleiche. "Mein Beichtvater hat mich beruhigt, indem er sagt, dass man sich auch am Körper immer an der gleichen Stelle schmutzig macht." Die Beichte sei "gleichsam die Dusche für die Seele".

Kirche sei wie eine Herberge oder eine Krankenstation: "Katholik sein ist einfach der bessere Deal unter den zwei großen christlichen Religionen. Man bekommt ein größeres Angebot." Ein Protestant stehe dagegen "praktisch alleine da". Nach dem Tod ihres Gatten Johannes habe sie Gebet und Sakramente als kraftspendend schätzen gelernt, bekannte Gloria. "Die Einsamkeit und die plötzliche Verantwortung bei Thurn und Taxis haben enorm viel Kraft gekostet."

Der Sexualkundeunterricht geht nach Ansicht von Fürstin Gloria in die falsche Richtung. Bereits Achtjährige würden über verschiedene Arten des Sexlebens informiert, kritisierte sie. "Sie sollen über Kondome und Dildos aufgeklärt werden." Gleichzeitig wolle man Kindesmissbrauch bekämpfen - "warum bringt man dann Achtjährigen Sexleben bei?" Sie bedauerte die Pädagogen: "Die armen Lehrer, die solche Dinge in der Schule behandeln müssen, die tun mir echt leid."
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