Immer mehr Durchgangsverkehr

Kämmerer Karl Schmid, Bauamtsleiterin Kerstin Wilka-Dierl, Bürgermeisterin Margit Kirzinger, Geschäftsleiter Josef Forster und Dietmar Hammerl (von links) standen den Pfrentschern Rede und Antwort. Bild: fjo

Die Ortsdurchfahrt in Pfrentsch war ein Hauptpunkt in der Bürgerversammlung. Da viele Autos nach wie vor zu schnell unterwegs sind, müssen Lösungen her.

Bürgermeisterin Margit Kirzinger informierte am Montagabend im Gasthaus Frölich zunächst über das bisherige Geschehen. Nun sei die Baumaßnahme zurückgestellt, was zwischen 10 und 15 Jahren Wartezeit bedeute. In Eigenlast ließe sich dieses Riesenvorhaben mit ihren vielen Brücken durch die Gemeinde nicht schultern.

Neuer Ortstermin folgt

Zudem werde für das Neubaugebiet ein riesiger Erdwall erforderlich. Kirzinger riet den Pfrentschern, "lieber nach Lösungen innerorts zu suchen und gemeinsam Möglichkeiten auszuloten". Ein neuer Ortstermin mit dem Bauamt würde in Kürze folgen. Den Hammergraben sah sie als ersten kleinen Baustein, Geschwindigkeitsmessungen mit den neuen Geräten wären ein weiterer Weg. Sie versprach den Zuhörern, mit dem Straßenbauamt Kontakt aufzunehmen und Machbares zu realisieren.

Marktrat Wolfgang Bauriedl forderte Lösungen für beide Ortseinfahrten. Sein Kollege Ewald Zetzl und dessen Sohn Lukas schlugen Fahrbahnteiler als einzig sinnvolle Problembeseitigung vor, da viele Autofahrer beim Verlassen des Dorfs bereits weit vor dem Ortsschild wesentlich beschleunigten.

Marktrat Georg Kleber bat den Abriss eines Stadels zu prüfen. Hans Lang riet, die Ortsschilder weiter nach draußen zu versetzen, und sprach sich gegen Fahrbahnteiler noch zwischen den Häusern aus. Marktrat Josef Schmucker hielt diese Teiler jedoch für das Beste und mit Hilfe der Kommune müsse eine Verwirklichung auch glücken. Dritter Bürgermeister Johannes Zeug brachte auch eine Querungshilfe für Fußgänger ins Spiel. Auf 100 000 Euro schätze Geschäftsleiter Josef Forster die Kosten für einen solchen Teiler.

Auf den zunehmenden Durchgangsverkehr wegen der Funktion als Autobahnzubringer und damit ein zweites Problem des innerörtlichen Verkehrs leitete Marktrat Wolfgang Bauriedl über. Die von Bürgern angebotenen Fotodokumentationen erfuhren sofort Unterstützung durch Kirzinger. Alois Voit untermauerte das Ansinnen mit dem Hinweis auf gefährliche Situationen, wenn Lastwagen aus Richtung Eslarn bei der Kapellenkurve bereits auf der gegenüberliegenden Fahrbahn zum Umrunden ausholen, um überhaupt passieren zu können.

Die Aufwertung des Hammergrabens zur Fußgängerzone war weiteres Thema. Ein optimales Begehen und Befahren mit Rollatoren soll damit ermöglicht werden. Nach dem Beginn der Haushaltsvorberatungen könne eine Realisierung noch heuer folgen. Schüler könnten dann sicherer von einem Ortsteil in den anderen gelangen.

Dietmar Hammerl vom Ingenieurbüro Bamler in Vohenstrauß ging näher auf die Planungen ein. Die Breite betrage teilweise kaum einen Meter. Der im Untergrund verlaufende Kanal sei nach einer Kamera-Befahrung als gut befunden worden. Hammerl bat die Anlieger, während der Baumaßnahme eventuelle Grundstücksmauern mit zu sanieren.

Zwei Varianten stellte er den Bürgern vor. Einmal ein neues Gittersystem, hergestellt aus den Inhalten gelber Säcke und mit Tonerde gefüllt. In einigen Jahre ergebe sich daraus ein grüner und einigermaßen fester Untergrund. Ein rund 80 Zentimeter breiter Plattenbelag in der Mitte käme Rollator- und Kinderwagenbenutzern zugute. Die Entwässerung werde im Gemeindegrund sichergestellt. Investiert müssten hierfür rund 35 000 Euro werden.

Keine Empfehlung gab er für Variante zwei ab, stellte sie aber dennoch vor. Eine auf reinem Split - ähnlich dem Bocklweg - basierende Lösung brächte auch nur 6000 Euro Einsparung mit sich. Der Haushaltsausschuss habe sich für Variante I entschieden, "ohne dem Marktrat vorgreifen zu wollen", ergänzte die Rathauschefin. Da die Gelder im Haushaltsentwurf möglich wären, könne eine Verwirklichung noch heuer folgen: "Wir wollen in der Mitte einen schönen, glatten Belag für alle Fußgänger haben."

"Schandfleck"

Die Sanierung des Dorfplatzes sei, wie die Dorferneuerung Reichenau, wegen der gestoppten Förderung "ausgebremst". Die dazu aufwendig erarbeiteten Entwürfe aus dem Jahr 2010 stellte Forster vor. Zu den Kosten von rund 170 000 Euro meinte Alois Voit, dass eine einfache Lösung genüge. Dem pflichtete der Geschäftsführer bei: "Mit 50 000 Euro kann mal viel machen." Für heuer wäre dies jedoch so oder so kein Thema mehr, vervollständigte Kirzinger und riet trotzdem zu einer besseren Lösung: "Mit diesem Schandfleck können wir nicht mehr lange warten."
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