Immer mehr Menschen sterben an Überdosis
USA haben ein Drogenproblem

Während sich das Drogenproblem in den USA zuspitzt, schwanken die Todeszahlen in Deutschland. Seit 2000 sanken sie jedoch um die Hälfte auf 1002 Fälle im Jahr 2013. Bild: dpa

Von der "schlimmsten Krise der Geschichte" spricht die US-Gesundheitsbehörde CDC. Auch in der Millionenmetropole New York ist die Zahl der Drogentoten dramatisch angestiegen.

Die Lage in New York ist ernst. Die Zahl der Drogentoten in der Millionenmetropole ist zwischen 2010 und 2013 um 41 Prozent hochgeschnellt. Kürzlich meldete die städtische Gesundheitsbehörde für 2013 782 Fälle - statistisch gesehen sind das mehr als zwei pro Tag. Mit 77 Prozent sei der Großteil der an einer Überdosis gestorbenen Menschen abhängig von Opioiden gewesen. Dazu zählen Schmerzmittel, Methadon und Heroin.

Letzteres scheint die Drogenszene wieder zu dominieren: Innerhalb der letzten drei Jahre hätten sich die Todesfälle nach Heroin-Konsum in der Stadt verdoppelt. "Da es als junger, eigentlich gesunder Mensch schwer ist, die Mittel verschrieben zu bekommen, gehen die jungen Leute zum Schwarzmarkt", sagt Andrew Kolodny, medizinischer Leiter des "Phoenix House", einer landesweit agierenden Organisation zur Hilfe Suchtkranker. Dort ist Heroin bereits für weniger als vier Euro zu kriegen. "Die Opioid-Krise ist ein US-weites Problem", sagte Kolodny. Die Krise habe noch eine andere Dimension als die Heroin- und Crack-Epidemien der 70er und 80er-Jahre, die weltweit Schlagzeilen machten. Damals waren meist in Städten lebende, arme Afro-Amerikaner betroffen. Heute gebe es zwei Hauptgruppen: 18 bis 35-Jährige, die Schmerzmittel verschrieben bekamen und deren Wirkung als Spaß empfinden, und 40- bis 70-Jährige aus der oberen Mittelklasse - die meisten weiß, gebildet, männlich und aus ländlicheren Gegenden.

Ärzte besser kontrollieren

Die Gesundheitsbehörde CDC kritisiert vor allem die Ärzte. 259 Millionen Rezepte für Schmerzmittel stellten US-Ärzte 2012 aus - so viele, dass jeder Erwachsene statistisch eine Pillendose haben könnte. Die langfristige Verschreibung von Opioiden fördere aber die Abhängigkeit, warnt Experte Kolodny. Einige Bundesstaaten sind inzwischen dazu übergegangen, Ärzte stärker zu kontrollieren.

Auch in New York wird gehandelt. Seit Mai führt die Polizei Nalaxonpräparate mit sich, die im Falle einer Überdosis lebensrettend wirken können. "Der Einsatz ist eine gute Sache und ein erster Schritt aus der Krise", sagt Kolodny. Man müsse aber vor allem verhindern, dass Menschen abhängig werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)September 2014 (8409)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.