In Berlin Sonderkonferenz zur Milchkrisen-Hilfe
Brunner macht Druck

Vor einer Sonderkonferenz zur Milchkrise macht Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) Druck für schnelle Hilfen. "Wir müssen existenzgefährdete Betriebe mit einem Liquiditätsprogramm und gegebenenfalls mit Bürgschaften unterstützen", sagte Brunner auf Anfrage. "Wir brauchen kurzfristige, nicht angemeldete Markteingriffe der EU, um die Preise zu stabilisieren."

Darüber hinaus schlug Brunner eine Exportkampagne vor: Man müsse versuchen, "unsere hochwertigen Produkte mit weiterführenden Marktoffensiven in den Schwellenländern und vielleicht sogar weltweit zu positionieren". Die Erzeugerpreise für Milch sind im bundesweiten Schnitt auf unter 30 Cent pro Kilo gefallen - zu wenig, um die Produktionskosten zu decken. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat deswegen Brunner und die Agrarminister der übrigen Bundesländer für heute zu einer Sonderkonferenz nach Berlin geladen. Schmidt lehnt direkte Markteingriffe bislang ab.

"Wir haben ein Ungleichgewicht am Milchmarkt, das nicht durch die Bauern verursacht ist", sagte Brunner. "Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Sanktionen gegen westliche Lebensmittel verlängert, wir haben eine schwierige wirtschaftliche Situation in China, und die Produktion in den USA und Neuseeland ist gestiegen."
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