In strenger Abhängigkeit

Eine alte Postkarte zeigt das Schloss in Thanhausen um 1920. Bild: bir

Vor 800 Jahren gab es die erste Erwähnung der Hofmark Thanhausen. Zur Jubiläumsfeier am nächsten Wochenende wird auch Heimatminister Dr. Markus Söder kommen.

800 Jahre Hofmark Thanhausen - dieses Jubiläum wird vom 12. bis 14. Juni in der Ortschaft dementsprechend gefeiert. Allerdings in einem bescheidenen und überschaubaren Rahmen. In einem 1215 in Eger beurkundeten Tauschvertrag zwischen König Friedrich II., dem späteren Kaiser, und Bischof Konrad von Regensburg wird unter anderem "Siboto de Tanhusen" als Zeuge genannt. Dieses Datum wird im Allgemeinen auch als Ersterwähnung des Ortes aufgefasst. Hofmark - dieser Begriff lässt sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisen und bezeichnet den abgegrenzten Bezirk einer Grundherrschaft, der das Recht zur niederen Gerichtsbarkeit unterhalb des Malefizhändels hatte. Hofmarken konnten sowohl im Besitz kirchlicher als auch adliger Herren sein. Ihre Bedeutung liegt darin, dass hier unabhängig vom Landesherren Recht gesprochen und Fronarbeiten eingefordert werden konnte. Die Geschichte von Thanhausen ist bis Ende des 19. Jahrhunderts geprägt von den Ereignissen um das Schloss und die jeweilige adelige Gutsherrschaft. Die Anwesen und Bewohner standen in unmittelbarer, strenger Abhängigkeit und Verpflichtung dem Adelssitz gegenüber.

Chronik erstellt

Aufzeichnungen über die Ortschaft und ihre "Zugehörungen" wurden zweifellos im Zusammenhang mit den großen historischen Geschehnissen wie Hussitendrangsal, Reformation und Gegenreformation, Dreißigjährigem Krieg, Erbfolgekrieg und napoleonischen Kriegen geführt. Ihr Verlust lässt sich nahe liegend auf die häufigen Besitzerwechsel des Landadelsgutes zurückführen. Deshalb muss sich die Geschichte der Hofmark und unseres Ortes weitgehend auf Administrativakten stützen. Zum Ortsjubiläum wurde von Robert Birkner auch eine Festschrift oder besser gesagt eine Teilchronik erstellt. Inhaltlich wurde überwiegend versucht, einen Bezug zur "Hofmark Thanhausen" herzustellen, sich mit ihr zu beschäftigen - von der Ersterwähnung im Jahre 1215 bis zu deren Auflösung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Deshalb soll dieser "Teilchronik", eine umfassende Dorfchronik folgen. Eine Erweiterung dieser Chronik würde sich deshalb auch in Bezug auf das anstehende Dorferneuerungs-Verfahren anbieten.
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