In Zügen und an der Autobahn
Kurz notiert

Waidhaus. (räd) Einen 32-jähriger Kanadier aus Skandinavien, der sich als Schleuser betätigte, erwischte die Bundespolizei am Freitagabend bei Waidhaus. Er hatte insgesamt 12 Migranten nach Deutschland gebracht, wie die Bundespolizei mitteilte. Eine Zivilstreife traf die Personen an, nachdem diese zuvor aus einem in Schweden zugelassenen Fahrzeug ausgestiegen waren. Der unter Drogen stehende 32-Jährige konnte nach kurzer Flucht gefasst werden. Der Fahrer eines zweiten Autos konnte unerkannt entkommen. Bei den Migranten handelte es sich um eine sechsköpfige afghanische Familie mit drei Kindern, um fünf allein reisenden Jugendlichen und eine 36-jährige Frau aus dem Irak.

Mehrfach griffen Bundespolizisten auch Flüchtlinge in Alex-Zügen in Richtung Hof auf: am Freitag 15 Syrer, am Samstag drei Somalier und sechs Syrer sowie am Sonntag neun Afghanen und zwei Syrer. Ein ähnliches Bild auf den Autobahnen: Bei Altenstadt auf der A93 waren drei Iraker mit zwei Kindern unterwegs, auf der A 6 bei Schmidgaden vier Iraner und 12 Iraker.

Kaum Haftplätze für Schleuser

Düsseldorf/München.(epd) In Bayern können laut einem Zeitungsbericht nicht mehr alle festgenommenen mutmaßlichen Schleuser in Untersuchungshaft genommen werden. In Passau seien in den vergangenen Wochen 350 mutmaßliche Schleuser festgenommen worden. Die dortige Justizvollzugsanstalt habe aber nur 75 Plätze für Untersuchungshäftlinge, sagte Staatsanwältin Ursula Raab-Gaudin der "Rheinischen Post". Wegen der hohen Zahlen beantragten die Passauer Staatsanwälte nur noch Untersuchungshaft für solche Tatverdächtigen, die das Leben der Flüchtlinge riskiert hätten. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums sitzen derzeit landesweit mehr als 700 Flüchtlingsschleuser in Untersuchungshaft.

Vertriebene rufen zu Offenheit auf

Berlin.(dpa) Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat zu Offenheit gegenüber den Flüchtlingen in Deutschland aufgerufen. "Durch die Situation heute werden viele unserer Mitglieder an das erinnert, was sie selbst erlebt haben", sagte der Verbandspräsident Bernd Fabritius der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Deshalb gibt es bei uns eine große Empathie gegenüber den Flüchtlingen, ja ein Mitleiden", sagte er. "Wir fordern zu offenen Herzen auf gegenüber den Opfern der heutigen Flucht und Vertreibung."

Solidaritätskonzert fällt aus

Berlin.(dpa) Das geplante Solidaritätskonzert zahlreicher Musiker für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin findet nicht statt. Das teilte der Konzertveranstalter Dirk Becker Entertainment am Montag mit. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Bühne und die Technik von den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit 24 Stunden zuvor zu nutzen. Das sei technisch aber nicht möglich.

"Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen ist einfach zu kurz", so die offizielle Begründung. Ein Ersatzort sei derzeit auch nicht im Gespräch, sagte Becker der Deutschen Presse-Agentur.
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