Indonesien: Kritik an Überladung des alten Flugzeugs
Heftige Kritik nach Absturz mit 142 Toten

Während die Angehörigen der Opfer trauern, werden harte Vorwürfe an die Luftwaffe laut. Es geht dabei um die Flugtauglichkeit der 51 Jahre alten Unglücksmaschine. Bild: dpa
Nach dem Absturz eines Militärflugzeugs auf ein Wohngebiet in Indonesien sind mindestens 142 Leichen geborgen worden. Darunter waren nach offiziellen Angaben vom Mittwoch auch 20 Bewohner der Millionenstadt Medan auf Sumatra, die in ihren Häusern oder auf der Straße von den herabstürzenden Wrackteilen erschlagen wurden oder verbrannten.

Von den 122 Menschen an Bord der Hercules C-130 überlebte nach Armeeangaben niemand. Die Luftwaffe wurde unterdessen heftig kritisiert. Die Maschine war 51 Jahre alt und hätte laut Experten nicht so viele Menschen an Bord haben sollen. Die Absturzursache ist unklar. Laut Militär wurde die Suche nach weiteren Opfern zwischen Wrackteilen und eingestürzten Häusern beendet. Die Luftwaffe nahm derweil Ermittlungen auf. Die Maschine war am Dienstag kurz nach dem Start abgestürzt.

Die Hercules C-130 könne zwar fast 20 000 Kilogramm Fracht laden, sagte Evan Laksmana, Militärexperte beim Zentrum für Strategische und Internationale Studien in Jakarta. "Aber viele Leute glauben, dass mehr als 100 Passagiere für so eine alte Maschine zu viel sind." Es gab ehrgeizige Pläne, die gesamte Militärausrüstung zu modernisieren, aber das Wirtschaftswachstum hat sich abgekühlt, das Geld fehlt. Als Vorsichtsmaßnahme zog die Luftwaffe ihre verbliebenen 27 C-130-Maschinen vorerst aus dem Verkehr.
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